Erlass: Einzelhandel muss schließen
Die meisten Läden in Lüdinghausen sind nun dicht

Lüdinghausen -

Die meisten Einzelhandels-Geschäfte in Lüdinghausen haben nun geschlossen. Der Erlass des Landes NRW gilt voraussichtlich bis zum 19. April. Die Entscheidung kam nicht unerwartet, trifft die Betreiber aber dennoch hart. Einige Geschäfte hatten zuletzt ein kleines Hoch zu verzeichnen.

Donnerstag, 19.03.2020, 05:52 Uhr aktualisiert: 19.03.2020, 15:20 Uhr
Jacqueline Enck (v.l.), Claudia Reher und Arjeta Zajmi, Mitarbeiterinnen von Spielwaren Voss, verkauften zuletzt viele Spiele für kleine Kinder.
Jacqueline Enck (v.l.), Claudia Reher und Arjeta Zajmi, Mitarbeiterinnen von Spielwaren Voss, verkauften zuletzt viele Spiele für kleine Kinder. Foto: Christian Besse

„Das Coronavirus legt das öffentliche Leben nahezu lahm.“ Dieser Satz, so oder ähnlich formuliert, war in den vergangenen Tagen immer öfter zu lesen und zu hören. Nun wird es auf den Straßen und in den Fußgängerzonen noch stiller, auch in Lüdinghausen. Die Einzelhandelsgeschäfte haben mit wenigen Ausnahmen (siehe Infokasten) geschlossen.

Die Anordnung des Landes Nordrhein-Westfalen, die die Stadt Lüdinghausen am heutigen Donnerstag umsetzt, kam nicht überraschend. Sie lag in der Luft, nachdem entsprechende Maßnahmen etwa in Bayern oder Hamburg schon getroffen worden waren. Doch das macht es für die betroffenen Geschäftsleute in Lüdinghausen nicht besser. „Voraussichtlich bis zum 19. April“, so heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung, müssen sie die Türen ihrer Geschäfte geschlossen halten.

Da geht es nicht mehr nur um wirtschaftliche Einbrüche, sondern nicht selten um die berufliche Existenz. „Wenn ich von heute auf morgen für mehrere Wochen schließen muss, muss ich mir überlegen, danach noch wieder aufzumachen“, sagt Anna Berling , Inhaberin von „3BurgenBuch“. „Das ist schon sehr kritisch.“ Drei Mitarbeiterinnen beschäftigt sie in ihrem Buchladen an der Münsterstraße. „Das ist für den gesamten Einzelhandel eine Katastrophe.“

In den letzten beiden Tagen hatte Berling „vor allem Rätsel- und Bilderbücher für Kinder“ verkauft. Ähnlich wie Stefan Voss , Inhaber des Spielwarengeschäftes an der Langenbrückenstraße. Weil der Nachwuchs wegen der geschlossenen Schulen zu Hause bleiben müsse, hätten Eltern bei ihm Bastelartikel, Malbücher und Spiele gekauft, so Voss.

Bei Roland Busche, Inhaber eines Juweliergeschäftes an der Langenbrückenstraße, wurden zuletzt vermehrt reparierte Uhren abgeholt. „Es ist nun einmal eine Ausnahmesituation“, findet sich der Geschäftsmann mit der Zwangsschließung in Zeiten des lebensbedrohlichen Virus ab.

Weniger Verständnis für die Politiker hat Thomas Wulf, Geschäftsführer von „Adam & Eva Moden“. „Die Textilbranche ist ja keine, wo die Verkäufer Körperkontakt mit den Kunden haben“, findet er den Erlass der Landesregierung für wenig durchdacht. „Wir haben bis zuletzt alles dafür getan, dass die Kunden sicher bei uns einkaufen konnten. Und es ist noch nicht geklärt, wie die Regierung die finanziellen Einbußen für den Einzelhandel kompensieren will. Wir haben ja auch Verantwortung gegenüber unseren Angestellten. Zudem ist der fehlende Umsatz nur ein Problem. Wir müssen auch Miete zahlen und haben Fixkosten.“

Wo man noch einkaufen kann

Weiterhin geöffnet sind Lebensmittelgeschäfte, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Friseursalons, Reinigungen, Waschsalons, Geschäfte mit Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel. „Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Lüdinghausen, die auf den Erlass aus Düsseldorf Bezug nimmt. In Lüdinghausen gelte diese Regelung voraussichtlich bis zum 19. April (Sonntag). Darüber hinaus sind Geschäften für Lebensmittel, Wochenmärkten, Abhol- und Lieferdiensten, Apotheken sowie dem Großhandel bis auf Weiteres auch die Öffnung an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 18 Uhr erlaubt. Dies gelte nicht für Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag.

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