Ritual verbindet Familien in Krisen-Zeiten
Beim Beten Gemeinschaft spüren

Lüdinghausen -

Es ist eine einfache wie geniale Idee: In Corona-Zeiten vermisst Pastoralreferentin Ruth Reiners das Miteinander der Menschen. Sie lädt deshalb zum täglichen Beten ein, über das sich Familien verbunden fühlen können.

Dienstag, 07.04.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 07.04.2020, 15:22 Uhr
Ruth Reiners lädt zum Beten ein.
Ruth Reiners lädt zum Beten ein. Foto: Anne Eckrodt

Bei Familie Reiners ist es ein Ritual, das derzeit nicht mehr wegzudenken ist: Täglich betet Mama Ruth mit ihren Kindern Christian (10), Johannes (8) und Eva (5). Die Pastoralreferentin der St.-Felizitas-Gemeinde hat bereits während der „anfänglichen Schockstarre“, nachdem das Coronavirus das schulische, berufliche und private Leben „lahmgelegt“ hatte, die Idee dazu: „Mir fehlte sofort der Kontakt zu den Menschen, mit denen ich normalerweise zu tun habe – insbesondere zu den Erstkommunion- und Kindergartenkindern“, erzählt sie. Deshalb habe sie überlegt, wie sie über die Distanz weiterhin in Beziehung zu den Jungen und Mädchen treten könnte. Die Lösung: übers Beten. Und so hat Reiners entsprechende Einladungen per E-Mail verschickt. Einige passende Zeilen hat sie ebenfalls mitgeliefert. Der Gedanke dahinter: Wenn alle jeden Tag um 12 Uhr den selben Text sprechen, fühlen sie sich verbunden. „Dadurch entsteht in der häuslichen Isolation ein Gefühl von Nähe und Hoffnung“, bringt es Reiners auf den Punkt.

Das ist für uns ein Stück Normalität geworden.

Ruth Reiners

Und das kommt super gut an: „Ich habe sofort viele Rückmeldungen erhalten, auch einige Videonachrichten“, freut sich die Pastoralreferentin.

Ihre eigenen drei Sprösslinge jedenfalls könnten sich den Alltag ohne das Gebet gar nicht vorstellen. Sie würden sie stets daran erinnern. „Das ist für uns ein Stück Normalität geworden“, erzählt die Steverstädterin.

Außerdem dreht die Familie regelmäßig kleine biblische Geschichten mit der Kamera und stellt sie anschließend auf die Homepage der Gemeinde – damit Eltern mit ihren Töchtern und Söhnen zu Hause kindgerechte Gottesdienste feiern können. Weitere Infos gibt‘s online unter www.stfelizitas.de.

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