Rosenfest, Open-Air-Kino, „Seppenrade mittendrin“ und mehr gestrichen
Ein freudloser Sommer

Seppenrade -

Seppenrade ohne Rosenfest, das ist wie Corona ohne Krise: unvorstellbar. Und doch wird es die dreitägige Sause im August nicht geben. Wie auch etliche weitere Veranstaltungen im Rosendorf in den kommenden Monaten ausfallen.

Mittwoch, 13.05.2020, 18:18 Uhr aktualisiert: 14.05.2020, 15:26 Uhr
Unterkriegen lassen wollen sich die Kooperationspartner von „Seppenrade mittendrin“ nicht. Der Start der neuen Kulturreihe auf dem Kirchplatz wird lediglich um zwölf Monate verschoben
Unterkriegen lassen wollen sich die Kooperationspartner von „Seppenrade mittendrin“ nicht. Der Start der neuen Kulturreihe auf dem Kirchplatz wird lediglich um zwölf Monate verschoben Foto: mib

Im Zuge der jüngsten Corona-Lockerungen mag der eine oder andere gehofft haben, dass zumindest ein Teil der geplanten Freiluftveranstaltungen in Seppenrade in den kommenden Monaten doch noch stattfindet. Mit dem – einstimmigen – Vorstandsbeschluss des Heimatvereins ist indes fix: Bis September fällt alles ins Wasser.

Kein Rosenfest, kein Sommermarkt, kein Tag der Gärten und Parks, kein Open-Air-Kino. Und auch die Veranstaltungsreihe „Seppenrade mittendrin“ am ersten Donnerstag eines jeden Monats (den Auftakt hätten vergangene Woche „Storksbergers Riesen“ gemacht): komplett gestrichen. Den Menschen im Bergdorf steht ein historisch freudloser Sommer bevor. Eine solche Flut an Absagen dürfte es in knapp 100 Jahren Kultur- und Brauchtumspflege selten gegeben haben.

Trotzdem sei die Entscheidung alternativlos gewesen, wie der Vorsitzende des Heimatvereins, Friedhelm Landfester , betont: „Wir mussten jetzt die Reißlinie ziehen.“ Die beteiligten Künstler und Co-Veranstalter länger im Unklaren zu lassen, gehe einfach nicht. Immerhin: Ein Teil der Feste werde um dieselbe Zeit herum 2021 nachgeholt – etwa der Sommermarkt (17./18. Juli) oder „Trompetenbaum und Gartenfeige“. Die münsterlandweite Musik-Reihe im Grünen hätte in diesem Jahr zum ersten Mal im Ort Station gemacht – wie das Kino, wie „Seppenrade mittendrin“, das der Heimatverein im Zusammenspiel mit 13 Partnern geplant hatte.

„Gerade vor solchen größeren Premieren sind die vielen Helfer besonders motiviert“, weiß Landfester. Und jetzt drohe eben ein Teil dieses Schwungs wieder verloren zu gehen. Insofern verstehe er sich in dieser schweren Zeit auch als Motivator: „Man muss die Leute ja irgendwie bei Laune halten. Und wenn es die Kiste Bier ist, die man den Rosenmännern vorbeibringt. Die halten die Gärten doch so toll in Schuss.“ Umso trauriger ist der Chef des Heimatvereins darüber, dass auch der Ausflug und die Grillabende des Rosenpflegeteams sowie die Radtour der Rosenmänner – samt und sonders Momente der Wertschätzung also – Corona-bedingt ausfallen.

Mit der Vielzahl an Absagen gingen auch finanzielle Einbußen – gerade im Gastro-Bereich – einher, so Landfester. Er sei indes zuversichtlich, „dass wir die Krise mit Unterstützung der Kommune, des Landes und von Stiftungen wirtschaftlich meistern“. Und wann geht es im Rosendorf wieder gesellig zu? Der Weihnachtsmarkt-Termin (28./29. November) stehe noch, sagt Landfester. Skepsis sei aber auch in dem Punkt angebracht.

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