Katholische Gemeinde startet mit Gottesdiensten
In die Kirchenbank geht‘s nur mit Platzanweiser

Lüdinghausen -

Zwei Monate ist es her, dass Pfarrer Benedikt Elshoff zum letzten Mal seine „Schäfchen“ leibhaftig zur Messe in der St.-Felizitas-Kirche begrüßen konnte. Eine lange Durststrecke, die zumindest mit einem online übertragenen Sonntags-Gottesdienst überbrückt wurde. Doch nun kehrt wieder echtes Leben in den Gotteshäusern der katholischen Kirchengemeinde ein.

Freitag, 15.05.2020, 11:08 Uhr aktualisiert: 15.05.2020, 15:22 Uhr
Pfarrer Benedikt Elshoff freut sich, nach der Coronapause wieder die ersten Gottesdienstbesucher begrüßen zu können.
Pfarrer Benedikt Elshoff freut sich, nach der Coronapause wieder die ersten Gottesdienstbesucher begrüßen zu können. Foto: ben

Endlich kann er seine „Schäfchen“ wieder persönlich begrüßen. Pfarrer Benedikt Elshoff ist die Freude über das Ende der coronabedingten Auszeit deutlich anzumerken. Am Samstag (16. Mai) werden um 18 Uhr parallel in beiden Kirchen der Gemeinde – in St. Dionysius in Seppenrade und St. Felizitas in Lüdinghausen – die ersten Vorabendmessen seit Mitte März gefeiert.

„Das ist für uns ein erster wichtiger Schritt, aber den gehen wir auch mit aller Vorsicht“, erläutert der Geistliche. Pastoralteam und Pfarreirat hätten sich im Vorfeld auf die Bedingungen, unter denen die Gottesdienste stattfinden, geeinigt. „Vom Bistum gibt es zwar einen Rahmen, aber den setzt jede Gemeinde anders um“, so Elshoff. Für die Steverstadtgemeinde bedeutet das in der Praxis, dass diese ersten Messen ohne Gesang gefeiert werden. Am Eingang werden die Besucher von Ordnern in Empfang genommen und zu ihren Plätzen gebracht. „So wollen wir sicherstellen, dass die Abstandsregeln eingehalten werden.“ Bis zu 90 Einzelbesucher können so in der Felizitaskirche am Gottesdienst teilnehmen, in St. Dionysius wären es maximal 40 Einzelpersonen. „Wenn Familien oder Paare kommen, die nah beieinander sitzen dürfen, passen natürlich auch mehr Menschen in die Kirchen“, so Elshoff. Trotzdem gilt: Ist die maximale Zahl erreicht, muss der Rest draußen bleiben. Sollte der Andrang groß sein, werde man künftig mehr Messen anbieten. Eine Maskenpflicht besteht in den Gotteshäusern nicht. Am Eingang wird eine Möglichkeit zur Desinfektion der Hände geben. Die heilige Kommunion kann durch die Öffnung einer Schutzscheibe empfangen werden.

„Außerdem gibt es die Möglichkeit, die heilige Kommunion für die Menschen mitzunehmen, die selbst den Gottesdienst nicht besuchen wollen oder können, weil sie krank sind oder zur Risikogruppe gehören“, ergänzt Elshoff. Dieser Wunsch solle möglichst schon den Ordnern am Eingang mitgeteilt werden.

Was die Messe am Sonntag betrifft, bleibt es zunächst noch bei der Online-Übertragung der vergangenen Wochen. Nur so könne man den Gemeindemitgliedern zumindest ein Mal in der Woche eine komplette feierliche Messe mit Liturgie und Gesang anbieten.

Wir haben im Schnitt pro Sonntag 600 Teilnehmer, die den Gottesdienst komplett am Bildschirm verfolgen.

Pfarrsekretär Valentin Wittkamp

Dass dieses virtuelle Angebot durchaus geschätzt wird, zeigen die Zahlen, die Pfarrsekretär Valentin Wittkamp , zusammengetragen hat. „Wir haben im Schnitt pro Sonntag 600 Teilnehmer, die den Gottesdienst komplett am Bildschirm verfolgen, plus noch einmal 1300 Nutzer, die das Video anklicken“, so Wittkamp. Wobei: Mit den 600 „Teilnehmern“ sind 600 Geräte gemeint. „Und da dort häufig mehr als eine Person davor sitzt, dürften wir noch mehr Menschen erreichen“, schätzt Wittkamp. Eine Resonanz, von der Elshoff positiv überrascht ist. Für ihn selbst sei die Predigt vor leeren Bänken zwar zunächst gewöhnungsbedürftig gewesen. „Aber zum einen sitzen da mit dem Küster oder dem Organist zumindest ein, zwei Menschen, in deren Gesichter ich schauen kann“, schmunzelt Elshoff. Zum anderen sei er sich bewusst, wie viele Gemeindemitglieder ihn über Kamera sehen.

Und dann hat der Hirte noch ein Thema auf dem Herzen: die Erstkommunion. Da habe man sich in St. Dionysius und St. Felizitas für zwei unterschiedliche Wege entschieden. Während in Seppenrade den Familien angeboten werde, die Erstkommunion im Rahmen einer einfachen Feier im Familienkreis zu begehen, habe man in Lüdinghausen entschieden, die Erstkommunionfeiern zu verschieben. Stattdessen seien die Kinder eingeladen, am Sonntag im Laufe des Tages in die Kirche zu kommen. In einem Schreiben des Erstkommunionsteams an die Familien heißt es dazu: „Dort ist Jesus Christus in Form des Brotes in der Monstranz auf dem Altar zu sehen. In den Kirchenbänken liegt dazu ein Gebet, dass ihr gemeinsam beten könnt. Und auf den Altarstufen liegt eine kleine Überraschung, die wir für dich vorbereitet haben.“

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