Katharina Wieacker nimmt Abschied vom Krankenhaus
Gespräche mit Patienten werden fehlen

Lüdinghausen -

Zum Ende dieses Monats geht Pastoralreferentin Katharina Wieacker in den Ruhestand. Sechs Jahre war sie Seelsorgerin im St.-Marien-Hospital.

Montag, 18.05.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 20.05.2020, 15:50 Uhr
Pastoralreferentin Katharina Wieacker, die seit 2014 als Seelsorgerin im St.-Marien-Hospital tätig ist, geht mit Ende dieses Monats in den Ruhestand.
Pastoralreferentin Katharina Wieacker, die seit 2014 als Seelsorgerin im St.-Marien-Hospital tätig ist, geht mit Ende dieses Monats in den Ruhestand. Foto: Peter Werth

Seelsorge im Krankenhaus sei etwas Besonderes, sagt Katharina Wieacker . „Die Menschen ziehen Bilanz, wollen sich mitteilen. Sie brauchen jemanden, der zuhört und sich Zeit für sie nimmt“, erklärt die Pastoralreferentin. Und genau das hat sie in den vergangenen sechs Jahren getan – im St.-Marien-Hospital. Zum Ende des Monats Mai geht die 63-Jährige in den Ruhestand. Eines ist ihr aber gewiss: „Die Gespräche mit den Patienten werden mir fehlen.“ In der Kirchengemeinde St. Felizitas wird sie im Pfingstgottesdienst offiziell verabschiedet, im Krankenhaus allerdings erst im September.

In den vergangenen vier Wochen war sie – da sie zur Risikogruppe zählt – im Homeoffice. Das sei ihr nicht leichtgefallen, sagt Wieacker: „Ich hatte das Gefühl, die Kranken allein zu lassen.“ Dennoch seien Gespräche möglich gewesen – allerdings nur übers Telefon. Auch das, eine neue Erfahrung für die Seelsorgerin. Ihre Aufgabe im Lüdinghauser Krankenhaus habe sie immer sehr geschätzt, sagt die Mutter dreier erwachsener Kinder. Gerne habe sie in dieser Zeit etwa alle vier Wochen die Gottesdienste in der Krankenhaus-Kapelle gestaltet.

Die Menschen ziehen Bilanz, wollen sich mitteilen. Sie brauchen jemanden, der zuhört und sich Zeit für sie nimmt.

Katharina Wieacker

Die gebürtige Freiburgerin studierte in ihrer Heimat Germanistik, bevor sie 1998 eine Ausbildung im Seminar für Gemeindepastoral in Magdeburg absolvierte. Seit 2003 ist sie als Pastoralreferentin tätig. 2008 kam sie ins Bistum Münster, zunächst als Schulseelsorgerin in Sendenhorst. „Ich bin Seelsorgerin geworden, weil ich an die heilsame Kraft der Begegnung glaube“, sagt Wieacker und fühlt sich auch aus diesem Grund im Krankenhaus an genau dem richtigen Ort für ihre Aufgabe. Die Gespräche mit Patienten brächten ein „Stück Normalität in die Ausnahmesituation des Krankenzimmers“, ist sie überzeugt.

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