Eichenprozessionsspinner
Spezialisten entfernen erneut Nester im und am Stadion

Lüdinghausen -

Bereits Ende Mai hatte eine Fachfirma im Auftrag der Stadt das Gelände am Stadion von den unliebsamen Eichenprozessionsspinnern befreit. Doch nun tummeln sich die Tierchen schon wieder dort in großen Mengen, wie WN-Leser jetzt meldeten.

Freitag, 19.06.2020, 13:30 Uhr aktualisiert: 19.06.2020, 13:35 Uhr
Eichenprozessionsspinner: Spezialisten entfernen erneut Nester im und am Stadion
Renitente Raupe: der Eichenprozessionsspinner. Foto: colourbox.com

Einige Leser haben sich jetzt bei den WN gemeldet, weil sie beobachteten, wie sich in den vergangenen Tagen Scharen von Eichenprozessionsspinnern im Lüdinghauser Stadion tummelten. Sogar die Treppenstufen seien die Raupen mit den Brennhaaren empor gekrabbelt, ebenso sämtliche Bäume. Und gleich nebenan hätten die Kinder mit ihren Trainern gekickt. Ein Unding, fand ein Leser.

Davon hätten die Zuständigen der Stadt nichts gewusst, entgegnet Pressesprecherin Anja Kleykamp auf Nachfrage der WN. Deshalb sei das Rathaus-Team dankbar für den Hinweis.

„Zuletzt hat Ende Mai eine Firma im Bereich des Stadions gearbeitet, um die Nester zu entfernen“, erklärt Kleykamp. Aufgrund der jüngsten Schilderungen von Eichenprozessionsspinnern im und rund um das Stadion sei der Bereich sofort besichtigt und der Handlungsbedarf erkannt worden. „Wir werden nun schnellstmöglich mit unserem städtischen Bauhof und der externen Firma wieder aktiv“, verspricht die Pressesprecherin. Während die Bauhof-Mitarbeiter den Raupen in Bodennähe den Kampf ansagen, beseitigen die Spezialisten mit einem Hubsteiger die Nester in den Baumkronen.

„Das Stadion gilt als sensibler Bereich, den wir besonders im Fokus haben“, betont Kleykamp. „Allerdings müssen wir bei der Entfernung der Nester nach Prioritäten vorgehen, bei denen der Trimm-dich-Wald nicht an oberer Stelle steht. Wir geben unser Bestmögliches, werden das Problem aber nicht hundertprozentig in den Griff bekommen.“ Dafür bittet sie um Verständnis.

Wer Nester an städtischen Eichen entdeckt, kann sich beim Umweltbeauftragten Heinz-Helmut Steenweg ( 0 25 91/92 62 48, steenweg@stadt-luedinghausen.de) melden.

Was man über den Eichenprozessionsspinner wissen sollte

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  • Im Münsterland breitet sich der Eichenprozessionsspinner auch 2020 wieder breit aus. Der Körper der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe ist mit gefährlichen Brennhaaren übersät. Die Raupe ist an einem schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken zu erkennen.

    Foto: Patrick Pleul (dpa)
  • Hauptsächlich an Eichen, manchmal aber auch an Hainbuchen spinnen die Raupen ihre Nester.

    Foto: Michael Schwakenberg
  • Aus Gelegen von 100 bis 200 Eiern schlüpfen Anfang Mai kleine Larven, die bis zur Verpuppung fünf bis sechs Stadien durchlaufen. Nach der Verpuppung ist das Tier ein brauner, unscheinbarer Nachtfalter.

    Foto: Bodo Marks (dpa)
  • Im „Gänsemarsch“ gehen die Raupen auf die Suche nach Nahrung – bevorzugt Eichenblätter. Durch diese „Prozession“ sind die Tiere zu ihrem Namen gekommen.

    Foto: Peter Roggenthin (dpa)
  • Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Bei unmittelbarem Kontakt kann das zu Hautentzündungen führen, bei empfindlichen Menschen auch zu allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötung und Bläschen. Die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen ab.

    Foto: Bernd Schäfer
  • Wer ein Nest entdeckt, sollte es deshalb nicht anfassen, sondern eine Fachfirma mit der Entfernung beauftragen, raten Behörden.

    Foto: hbm
  • So sieht ein entferntes Nest aus. Hohe Temperaturen und wenig Regen im Mai und Juni begünstigen die Verbreitung der Raupen.

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde
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