Ludgerischule: Ausschuss beschließt Energiekonzept für Bestandsgebäude und Neubau
Rationaler Vorschlag siegt

Lüdinghausen -

Nur die Grünen waren dagegen: Der Haupt- und Finanzausschuss hat sich für ein Energiekonzept für die Ludgerischule entschieden. Dabei ging es sowohl um ökologische als auch um ökonomische Gesichtspunkte.

Montag, 29.06.2020, 13:20 Uhr aktualisiert: 29.06.2020, 15:38 Uhr

Das Urteil der Grünen war eindeutig: „XY hat sich stets bemüht“, bewertete Lars Reichmann den Vortrag vom Büro Lindner Lohse Architekten BDA zum Energiekonzept für die Ludgerischule während der jüngsten Haupt- und Finanzausschusssitzung. „Das war bestenfalls ein Ausreichend, aber kein Sehr gut“, legte der Kommunalpolitiker nach – und unterstrich damit die kritischen Nachfragen seines Vorredners und Parteikollegen Willi Kortmann . Somit verwunderte es auch nicht, dass die Beiden sich bei der Abstimmung gegen das von der Verwaltung favorisierte Konzept aussprachen. Allerdings war der Rest des Gremiums überzeugt und segnete es ab. Damit steht fest: In den Bestandsgebäuden und dem Ersatzneubau der Lüdinghauser Ludgerischule wird künftig mit einer Gasbrennwerttherme sowie einer Luft-Wasser-Wärmepumpe in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage Energie erzeugt.

Vier Varianten hatten die Experten vom Büro Lindner Lohse ausgearbeitet und analysiert. Vor allem aus ökologischen Gesichtspunkten rieten die Fachleute schließlich zur Kombination aus Gasbrennwerttherme, Luft-Wasser-Wärmepumpe und Photovoltaikanlage. Dem schloss sich die Verwaltung der Steverstadt an. Dabei handelt es sich mit Investitionskosten von 259 420 Euro und 9505 Euro jährlichen Betriebskosten weder um die günstigste noch um die teuererste Alternative. Die geschätzten CO-Emissionen von 25 243 Kilo pro Jahr sind jedoch vergleichsweise gering.

Wir tragen das voll mit.

SPD-Fraktionssprecher Michael Spiekermann-Blankertz

„Bei dieser Variante werden wesentliche Aspekte des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit berücksichtigt, die Wirtschaftlichkeit ist gleichermaßen nachgewiesen“, heißt es in der Empfehlung vom beauftragten Architekten-Büro. „Der Mehrinvest im Vergleich zur Basisvariante rechtfertigt nach unserer Einschätzung die positiven Auswirkungen und entspricht der aktuellen Ausrichtung nachhaltigen Bauens.“

Ein weiterer Pluspunkt: Fördermöglichkeiten werden derzeit geprüft. Die Experten rechnen damit, dass 30 bis 35 Prozent der Investitionskosten gefördert werden könnten. Für den Corona-bedingt gebeutelten Haushalt der Stadt wäre das vorteilhaft.

Die Grünen merkten an, dass es neuere effizientere Heizmöglichkeiten gebe, die besser für die Ökobilanz seien. „Unser Ziel ist doch Klimaneutralität“, erinnerte Kortmann an Bund- und EU-Vorgaben. „So schaffen wir das jedenfalls nicht.“

Der SPD-Fraktionssprecher Michael Spiekermann-Blankertz wiederum bewertete die vorgeschlagene Energiekonzept-Variante sowohl als ökonomisch als auch ökologisch vertretbar: „Wir tragen das voll mit.“ Dem stimmte Bernhard Möllmann von der CDU zu: „Das passt.“ Und UWGler Markus Kehl meinte: „Das ist ein rationaler, machbarer Vorschlag.“ Und darum gehe es doch. „Wer glaubt denn ernsthaft daran, dass wir 2030 komplett klimaneutral unterwegs sind?“, spielte er auf den Einwand von Kortmann an.

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