Schützen verschieben Festfolge um ein Jahr
Tetekumer suchen 2021 neuen König

Seppenrade -

Das Coronavirus sorgt für ein Novum: Die vier aktuellen Königspaare der St.-Johanni-Bruderschaft regieren fünf statt vier Jahre. Da das Schützenfest der IV. Kompanie auf 2021 verschoben wird, feiern auch das Dorf, die Leversumer und Ondruper sowie die Emkumer und Reckelsumer jeweils zwölf Monate später als es der Austragungsrhythmus vorsieht.

Mittwoch, 01.07.2020, 19:31 Uhr aktualisiert: 06.07.2020, 16:42 Uhr
Die Vorsitzenden der vier Bataillons-Kompanien haben gemeinsam über die künftige Festfolge entschieden: Ferdi Muhle (v. l.), Norbert Hohenlöchter, Bernd Löbbert und Michael Becker.
Die Vorsitzenden der vier Bataillons-Kompanien haben gemeinsam über die künftige Festfolge entschieden: Ferdi Muhle (v. l.), Norbert Hohenlöchter, Bernd Löbbert und Michael Becker. Foto: privat

„Auf das Schützenfest fiebern wir alle hin – vor allem, weil wir nur alle vier Jahre Ausrichter sein dürfen“, sagt Norbert Hohenlöchter . Er ist erster Vorsitzender der IV. Kompanie der Seppenrader St.-Johanni-Bruderschaft, die am kommenden Wochenende auf den Vogel im heimischen Tetekum hätte schießen lassen. Wegen des Coronavirus muss die Kompanie nun noch länger warten – bis zum Sommer 2021.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hatten sich die Schützen aus ganz Seppenrade zu einem Bataillon zusammengeschlossen, zur St.-Johanni-Bruderschaft. Unterteilt ist sie seitdem in vier Kompanien – der I. aus dem Dorf, der II. aus Ondrup/Leversum, der III. aus Emkum/Reckelsum und eben der IV. aus Tetekum. Jedes Jahr wird in Seppenrade Schützenfest gefeiert, wobei sich die Kompanien bei der Ausrichtung abwechseln. So regiert jedes Königspaar vier Jahre über die jeweilige Bauerschaft oder das Dorf. Erst dann wird der Regent der jeweiligen Kompanie neu ausgeschossen.

Rainald Spräner und Irene Schulze auf’m Hofe regieren noch ein fünftes Jahr

2016 wurde das Schützenfest zuletzt in Tetekum gefeiert, in diesem Jahr hätte folglich der Nachfolger von König Rainald Spräner und seiner Mitregentin Irene Schulze auf’m Hofe gekürt werden sollen. Doch daraus wird nichts – wegen der Pandemie sind alle Schützenfeste in Deutschland für 2020 abgesagt worden.

Aufgrund des Austragungsrhythmus mussten die Verantwortlichen der St.-Johanni-Bruderschaft nun eine Entscheidung treffen. Sollte das Fest in Tetekum um gleich vier Jahre verschoben werden – auf 2024, und der Reigen der Schützenfeste wie geplant 2021 mit dem Event der I. Kompanie im Rosendorf fortgeführt werden? Anfang Juni trafen sich die Schützen zu einer außerordentlichen Bataillonsversammlung und entschieden sich einvernehmlich für die Alternative: Alle Schützenfeste werden um ein Jahr verschoben. So wird schon 2021 das in Tetekum nachgeholt, turnusgemäß wird dann 2022 im Dorf gefeiert.

Dieser Beschluss wirkt sich auch auf die vier amtierenden Königspaare in Seppenrade aus. Denn sie alle werden noch ein weiteres Jahr ihre jeweilige Kompanie regieren. „Fünf Jahre König – das hat’s auch noch nicht gegeben“, sagt Hohenlöchter und grinst.

Schlagfahnen kommen erst 2021 zum Einsatz

Rund 170 Schützen zählt die IV. Kompanie in Tetekum, schätzt er. „Etwas über 1000 Mitglieder“ seien im gesamten Bataillon organisiert, erzählt Michael Becker, Vorsitzender der I. Kompanie aus dem Dorf. „Deshalb haben wir immer ein so großes Schützenfest. Es ist eines der größten in der Region“, ergänzt Hohenlöchter.

Für die Seppenrader ist es ungewohnt, auf das jährliche Schützenfest verzichten zu müssen. An diesem Wochenende (3. bis 6. Juli) wäre es auf dem Festplatz in Tetekum rund gegangen. Die Ausrichter hätten die Schützen der anderen Kompanien und die weiteren Gäste unter anderem mit zwei neuen Schlagfahnen begrüßt (WN berichteten). Sie kommen nun erst 2021 zum Einsatz.

 

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