Firma P7 feiert unbefristete Niederlassungserlaubnis ihres syrischen Auszubildenden
In der neuen Heimat angekommen

 Lüdinghausen -

Saeed Baklaro ist Flüchtling aus Syrien und darf nun dauerhaft in Deutschland bleiben. Der Auszubildende der Firma P7 Kommunikation hat jetzt eine unbefristete Niederlassungserlaubnis erhalten und ist bestens integriert.

Freitag, 24.07.2020, 16:00 Uhr aktualisiert: 31.07.2020, 10:06 Uhr
Über die unbefristete Niederlassungserlaubnis ihres Azubis Saeed Baklaro (M.) freuen sich P7-Geschäftsführer Thomas Wehlmann (l.) und Ausbilder Christian Ehring.
Über die unbefristete Niederlassungserlaubnis ihres Azubis Saeed Baklaro (M.) freuen sich P7-Geschäftsführer Thomas Wehlmann (l.) und Ausbilder Christian Ehring. Foto: P7

Das P7 digital-Team feierte gemeinsam mit seinem syrischen Auszubildenden Saeed Baklaro jetzt dessen unbefristete Niederlassungserlaubnis, mit der ihm ein Aufenthalt in Deutschland nun sicher ist. „Wir sind alle überglücklich, mit Baklaro jetzt langfristig planen zu können“, wird Thomas Wehlmann von der P7 Kommunikation in einer Pressemitteilung zitiert.

„Bevor der Bürgerkrieg in Syrien mich im Alter von 25 Jahren zur Flucht zwang, war ich Student in den Fächern Literatur und Jura an der Aleppo-Universität“, schreibt Baklaro in einer Pressemitteilung. „Meine Frau Sherihan und ich mussten mit unseren Familien in die Türkei fliehen, um nicht in die Kämpfe verwickelt zu werden.“ Das Paar wollte die Sicherheit in Europa suchen, um sich dort ein gemeinsames Leben aufzubauen.

Träume verwirklichen

„Damit wir unsere Träume verwirklichen konnten, musste einer von uns sein Leben aufs Spiel setzen. Wir hatten beschlossen, dass ich diese Risiken übernehmen musste und Sherihan bei ihrer Familie in der Türkei bleiben sollte“, berichtet Baklaro weiter. „Wir gaben unser ganzes Erspartes, 5000 Dollar, den Schmugglern, die mich auf ein überfülltes Schlauchboot mit mehr als 50 Flüchtlingen, darunter viele Kinder, zwängten. Nach drei Stunden auf See glaubte ich nicht mehr an eine sichere Ankunft und ich sagte mir ,Wir werden alle ertrinken‘. Nach sieben Stunden seien sie auf der griechischen Insel Samos im östlichen Ägäischen Meer angekommen.

Als ich in Deutschland ankam, hatte ich eine monatelange Flucht hinter mir.

Saeed Baklaro

„Dort musste ich 16 Tage im überfüllten Heim übernachten, um die Einreisegenehmigung zu erhalten, damit ich mit dem Schiff nach Athen fahren durfte“, erinnert sich der Syrer. „Von Griechenland aus durchquerte ich Mazedonien und Serbien, um dann über Ungarn und Österreich nach Deutschland zu gelangen. Die Route, die ich größtenteils zu Fuß zurücklegte, barg viele Risiken. Als ich in Deutschland ankam, hatte ich eine monatelange Flucht hinter mir.“

Baklaro landete in einem oberfränkischen Asylheim – „ein Kulturschock für mich. Ich wurde depressiv, sprach kein Wort.“ Nach einem halben Jahr begann er ein paar Brocken Deutsch zu lernen.

Überzeugende Bewerbung

Nach zwei Jahren kam seine Frau nach. Das Abitur des Syrers wurde anerkannt, auch seine Sprachkenntnisse wurden besser. Inzwischen hat Baklaro zwei Kinder und lebt in Selm. Vor zwei Jahren begann er ein Praktikum bei der Firma P7 Kommunikation und wurde nach sechs Monaten in ein Ausbildungsverhältnis als Mediengestalter Digital und Print übernommen.

„Die Ausbildung und der tägliche Dialog im Agentur-Team haben mir sehr weitergeholfen, sodass ich jetzt mit guten Deutschkenntnissen, einer festen Anstellung mit der Zusage einer späteren Übernahme die Anforderungen für eine unbefristete Niederlassungserlaubnis in Deutschland erfüllt habe“, wird Baklaro in der Pressemitteilung weiter zitiert. „Wir sind angekommen und dankbar für den Frieden, den wir nach den vielen Jahren jetzt gefunden haben.“

Bestnoten

„Baklaro hat uns bereits mit der Bewerbung auf einen Praktikumsplatz überzeugt“, erklärt Thomas Wehlmann, Geschäftsführer der P7 Kommunikation GmbH. Der Syrer habe die einzige fehlerfreie Bewerbung abgegeben, mit einem hohen Anspruch in Sachen Struktur und Gestaltung. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sei eine erfolgreiche Integration gelungen, freut sich der Firmenchef. In der Berufsschule glänze der Azubi mit Bestnoten und übernehme im Betrieb eigenverantwortlich erste Projekte.

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