Busreisen sind unter Auflagen wieder erlaubt
Mit Optimismus aus der Krise

Lüdinghausen -

Reisen per Bus sind unter bestimmten Auflagen wieder möglich. Cordelia Peters vom Reisebüro Peters berichtete, wie sie den plötzlichen Lockdown erlebt hat und wie sie jetzt das Reiseangebot wieder langsam hochfährt. Sie ist zuversichtlich, dass ihre Branche die Krise meistert.

Montag, 27.07.2020, 16:02 Uhr aktualisiert: 27.07.2020, 16:44 Uhr
Cordelia Peters,
Der neu angeschaffte Bus darf jetzt mit einen neu entwickelten Hygienekonzept wieder auf Tour gehen. Foto: mfe

„Corona war und ist für uns eine große Herausforderung“, sagt Cordelia Peters vom Reisebüro Peters. Das Unternehmen hat sich auf Busreisen spezialisiert, und durch den Lockdown Mitte März mussten von heute auf morgen alle geplanten Reisen abgesagt werden. Mittlerweile rollen einige Busse zwar wieder, aber so wie vor der Pandemie ist es längst noch nicht wieder. Doch Peters will sich nicht beklagen. „Wir sind Touristiker mit Leib und Seele und versuchen, das Reiseangebot so langsam wieder hochzufahren – natürlich alles unter den jeweils geltenden Abstands- und Hygienebestimmungen“, versichert die Inhaberin des Reisebüros.

An den Tag, als der Lockdown begann, an den 16. März, erinnert Peters sich noch ganz genau. Das Telefon stand nicht still und das Büro war voll. „Die Gäste wollten wissen, wie es weitergeht, ob ihre Fahrt stattfinden kann oder ob sie ihre Fahrt stornieren können. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt selbst nichts genaues“, berichtet sie. Aber die Gäste hätten eine Entscheidung gewollt. „Teilweise waren wir wirklich überfordert.“

Während der Fahrt keine Maskenpflicht

Gerne hätte sie damals die Reißleine sofort gezogen und alles abgesagt. Doch sie musste auf eine politische Entscheidung warten. „Ohne rechtliche Bestimmung hätten uns Schadensersatzforderungen der Kunden treffen können“, erklärt Peters. Also hätten sie alle Verträge rückabgewickelt und kostenlose Stornierungen oder Gutscheine angeboten. Damit seien sie tagelang durchgehend beschäftigt gewesen. „Wir wollten schnell reagieren, damit die Gäste wissen, woran sie sind“, sagt Peters. Zudem sei es ihr sehr wichtig gewesen, für die Kunden erreichbar zu sein und sich Zeit für sie zu nehmen. „Unsere Gäste haben es sehr geschätzt, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben.“

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Cordelia Peters, Geschäftsführerin des Reisebüro Peters, sieht die Corona-Pandemie als Herausforderung und eine Krise, die gemeistert werden muss. Foto: mfe

Als es nun hieß, das Busreisen wieder erlaubt seien, konnte Peters nicht sofort wieder loslegen. „Reisen haben einen gewissen Vorlauf. Wir können nicht, wie Gas­tronomen, die Tür öffnen und Kunden bedienen.“ Zum einen müsse ein Programm mit anderen Kooperationspartnern zusammengestellt werden und zum anderen müsse es Kunden geben, die in diesen Zeiten auch reisen wollen. „Wir machen möglich, was möglich ist“, versichert Peters. Aber letztlich wüssten alle nicht, wie es genau weitergeht. Die Reisebüro-Chefin hat Verständnis für jeden, der derzeit keine Reise unternehmen möchte, will aber auf der anderen Seiten denjenigen, die gerne wieder einmal raus wollen, unvergessliche Tage bieten.

Deshalb hat sie jetzt neue, kurzfristig organisierte Reisen im Angebot: „auch schön, aber anders.“ Im Bus gelten Abstandsregeln. Das sei derzeit jedoch kein Pro­blem, weil die Reisegruppen kleiner seien, als die Anzahl der verfügbaren Sitzplätze im Bus, sagt Peters. Deshalb müssen die Gäste während der Fahrt keine Masken tragen. Beim Ein-und Aussteigen wiederum gilt die Maskenpflicht. Fährt der Bus über die Grenze in die Niederlande, gilt auch für unterwegs: Masken wieder aufsetzen. Zudem müssen sich alle Gäste vor dem Betreten des Busses die Hände desinfizieren. Die Begleitpersonen dürfen keine frisch zubereiteten Snacks anbieten, sondern nur verpackte Speisen und Getränke ausgeben. Des Weiteren muss die Bordtoilette geschlossen bleiben. „Wir haben ein neues Buskonzept entwickelt, mit dem wir immer auf der sichern Seite sind“, erklärt Peters.

Zugeständnis an den Klimaschutz

Wünschen würde sich die Inhaberin des Reisebüros klare Zeichen der Politik. „Aber wahrscheinlich wissen die auch nicht mehr als wir.“ Dennoch will sie sich nicht beschweren. Für die Pandemie könne niemand etwas, umso wichtiger sei es, sich an die Regeln zu halten.

Gefreut hat sich Peters über die Soforthilfe. „Noch nie hat uns der Staat Geld geschenkt.“ Freitags hätten sie den Antrag gestellt, samstags war die Bestätigung da und am darauffolgenden Donnerstag das Geld auf dem Konto. Natürlich bedeuteten die Corona-bedingten Auflagen spürbare finanzielle Einschränkungen – nicht nur für die Inhaber des Reisebüros selbst. Derzeit befinden sich noch Mitarbeiter der Firma Peters in Kurzarbeit, und einige Busse sind abgemeldet worden. Ob es je wieder so wird, wie vor der Pandemie, weiß Peters nicht.

Ein wenig hofft sie, dass Reisebusveranstalter von der Krise auch profitieren können und bleibt optimistisch. Bis ins letzte Detail vorbereitete Reisen im komfortablen Bus, in dem gegebenenfalls die Beine ausgestreckt werden können, lägen danach vielleicht wieder mehr im Trend als Flugreisen in ferne Länder. Und das nicht nur wegen der Sorge vor dem Virus, sondern auch als Zugeständnis an den Klimaschutz.

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