Bauhof-Team im Dauereinsatz
Müll illegal entsorgt

Lüdinghausen -

Immer häufiger muss derzeit der Bauhof ausrücken, um wilde Müllkippen zu beseitigen. Erst vor zwei Tagen war er dafür in einem Seppenrader Waldareal unterwegs.

Freitag, 31.07.2020, 06:00 Uhr
Illegale Müllkippen finden sich in Lüdinghausen wie auch in Seppenrade.
Illegale Müllkippen finden sich in Lüdinghausen wie auch in Seppenrade. Foto: Stadt Lüdinghausen

Seine Walkingstrecke verläuft idyllisch am Rand des Rosendorfes entlang durch sattes Grün. Umso verärgerter war Jochen Tenholt , als er mit seinem Lauffreund vor einigen Tagen im Wald im Bereich der Seppenrader Heide eine wilde Müllkippe entdeckte. „Da war alles dabei“, berichtet er – „von der Tischlerplatte über Leimholzplatten und Profilholz bis hin zu Plexiglas und Betonteilen“. Gerade in diesem sensiblen Bereich des Quellgebietes von Emkumer und Reckelsumer Bach sei diese Art der Entsorgung besonders dreist, findet Tenholt. Und der Müll sei sicher nicht mit einem kleinen Handkarren dorthin gebracht worden.

Inzwischen ist der Unrat beseitigt worden, bestätigt die städtische Pressesprecherin Anja Kleykamp. Der Bauhof sei aktiv geworden. Schon vor einigen Wochen hatte die Stadt darauf hingewiesen, dass an einigen Plätzen viel Müll lag und aufmerksame Bürger diese Stellen an die Stadtverwaltung meldeten. Bauhofleiter Werner Hettwer hat zudem beobachtet, dass es in den vergangenen Wochen vermehrt zu wilden Müllkippen gekommen ist. „Während der Coronapandemie hatten die Leute Zeit zu renovieren“, wird Hettwer in einer städtischen Pressemitteilung zitiert. „Leider laden einige wenige zum Beispiel ihre Farb- und Tapetenreste in der Umwelt ab und wir müssen sie dann wieder entfernen.“ Dies sei überaus ärgerlich, schließlich könne der Bauhof seine Ressourcen viel besser nutzen, als Müll zu beseitigen. Bestimmte Plätze seien seinem Team bekannt – und es habe diese besonders im Auge. Trotzdem bittet Hettwer um Verständnis dafür, dass er nicht überall sein könne und der Müll nicht immer sofort entfernt werde.

„Ich kann diese Gedankenlosigkeit einiger Mitbürger einfach nicht verstehen“, so der Bürgermeister. „Der Einsatz des Bauhofs wird als Selbstverständlichkeit hingenommen und das eigene Verhalten nicht reflektiert. Stellen Sie sich einmal vor, was es für ein Gefühl ist, wenn Sie selbst den Abfall anderer Leute beseitigen müssten. Es ist gewiss kein schönes. Oder anders ausgedrückt: Wie fänden Sie es, wenn Bürger ihren Müll in Ihrem Garten entsorgen würden? Der einzige Unterschied von der Entsorgung auf einer Privatfläche zu einer öffentlichen Fläche ist, dass diese öffentliche Fläche uns allen gehört. Nämlich den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Lüdinghausen.“ Erneut richtet Richard Borgmann einen Appell an die Bürgerschaft, verantwortungsvoll mit der Umwelt umzugehen, heißt es in der Mitteilung weiter.

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