Zwei Lüdinghauserinnen unterstützen Notfallseelsorge-Team
Keine leichte Aufgabe

Lüdinghausen -

Mit Kerstin Fröhlich und Angelika Liebsch engagieren sich zwei weitere Lüdinghauserinnen als Notfallseelsorgerinnen. Jetzt bekamen sie ihre Zertifikate überreicht.

Dienstag, 25.08.2020, 12:00 Uhr
Pastoralreferent Andreas Naumann-Hinz (l.) und Pfarrerin Alexandra Hippchen (r.) überreichten den Notfallseelsorgerinnen Kerstin Fröhlich und Angelika Liebsch (v. l.) die Zertifikate.
Pastoralreferent Andreas Naumann-Hinz (l.) und Pfarrerin Alexandra Hippchen (r.) überreichten den Notfallseelsorgerinnen Kerstin Fröhlich und Angelika Liebsch (v. l.) die Zertifikate. Foto: Bischöfliche Pressestelle

Kerstin Fröhlich (48) und Angelika Liebsch (61) aus Lüdinghausen haben sich gründlich auf ihr neues Ehrenamt als Notfallseelsorgerinnen vorbereitet. 70 Unterrichtsstunden liegen hinter ihnen, Praktika beim Rettungsdienst und der Polizei haben sie absolviert. Auch die Realität haben die beiden Frauen an der Seite ihrer Kollegen bei Einsätzen kennengelernt.

„Ich habe ein Ehrenamt gesucht, das mich ausfüllt. Nun habe ich die Zeit, mich zu engagieren, denn die Kinder sind aus dem Gröbsten raus“, wird Fröhlich im Pressebericht des Bischöflichen Generalvikariats zitiert. Sie habe sich schon immer für die Notfallseelsorge interessiert. Liebsch, die sich seit vielen Jahren ehrenamtlich unter anderem in der Flüchtlingshilfe eingesetzt hat, war auf der Suche nach einem neuen Schwerpunkt: „Da konnte ich mir die Notfallseelsorge gut vorstellen. Wir bauen keine längerfristigen Beziehungen auf wie beispielsweise in der Hospizarbeit, sondern unsere Begegnungen sind kurz und intensiv. Außerdem hat mich die Ausbildung sehr angesprochen“, sagt die Psychiatriefachschwester.

Ab heute sind sie Vollmitglieder in unserem Team. Gute Leute können wir immer gebrauchen.

Pfarrerin Alexandra Hippchen

Während eines Wortgottesdienstes in der St.-Felizitas-Kirche erhielten die zwei Frauen jetzt ihre Beauftragung aus den Händen von Pastoralreferent Andreas Naumann-Hinz und Pfarrerin Alexandra Hippchen . „Ab heute sind sie Vollmitglieder in unserem Team. Gute Leute können wir immer gebrauchen“, freute sich Hippchen. In ihrer Predigt über die Begegnung des blinden Bettlers mit Jesus in Jericho schlug sie den Bogen zur Notfallseelsorge. „Jesus fragt den Blinden: ‚Was willst du, das ich dir tue?‘ Das ist auch für unseren Dienst eine gute Frage. Wir müssen warten, bis die Belasteten es uns verraten. Manchmal sagen sie es uns auch nicht“, meinte sie. Das müssten die Notfallseelsorger akzeptieren. Demut sei wichtig. Denn die Betroffenen stünden unvorbereitet vor den Ruinen ihres Lebens. „Was sie damit machen, ist ihre Entscheidung. Das ist nicht einfach. Es ist eine schöne, aber keine leichte Aufgabe“, betonte die Koordinatorin.

Insgesamt engagieren sich in der Notfallseelsorge im Kreis Coesfeld nun 35 ehrenamtlich Aktive – plus Hippchen und Naumann-Hinz als Koordinatoren, die auch selbst im Einsatz sind.

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