16 Ratsmitglieder verabschiedet – und ein Bürgermeister
220 Jahre Erfahrung gehen

Lüdinghausen -

In der letzten Sitzung des Stadtrates verabschiedete Bürgermeister Richard Borgmann 16 Kommunalpolitiker. Er dankte ihnen in sehr persönlichen Worten für ihren teils jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz. Auch für Borgmann selbst war es die letzte Sitzung.

Samstag, 03.10.2020, 12:00 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 14:36 Uhr
Letzte Ratssitzung für Bürgermeister Richard Borgmann: Die Fraktionsvorsitzenden überreichten ein Köln-Trikot.
Letzte Ratssitzung für Bürgermeister Richard Borgmann: Die Fraktionsvorsitzenden überreichten ein Köln-Trikot.

Eine Legislaturperiode, „die es auch diesmal wieder in sich hatte“, gehe zu Ende zog der Bürgermeister am Donnerstagabend in der 49. und damit letzten Ratssitzung der ausgehenden Wahlperiode eine Bilanz. Sie war Auftakt für die Verabschiedung von 16 Kommunalpolitikern, die das Gremium verlassen werden. Diese würdigte Richard Borgmann mit sehr persönlichen Worten der Wertschätzung. Dem Rat fehlten künftig 220 Jahre Erfahrung.

Mit Dr. Klaus Waldt etwa verlasse nach 41 Jahren ein Mann „mit großer Überzeugungskraft und Mut zur eigenen Meinung“ den Rat, der über Parteigrenzen Anerkennung erfahre. „Du hinterlässt ein riesiges Loch“, bedauerte Borgmann dessen Abschied. Besonderes Lob hatte er zudem für Josephine Kleyboldt. Die Sozialdemokratin gehörte dem Rat seit 1989 an, war seither nur mit kurzer Unterbrechung auch stellvertretende Bürgermeisterin. „Keine Aufgabe war Ihnen zuviel“, dankte er ihr für den ehrenamtlichen Einsatz.

Doch nicht nur für die 16 Stadträte war der Donnerstag ein Abschied; auch für Borgmann endete an diesem Abend eine fast drei Jahrzehnte währende Arbeit mit dem Rat – zunächst als Stadtdirektor und schließlich seit 1999 in vier Wahlperioden als Bürgermeister. Anton Holz, selbst politisches Urgestein der CDU im Rat, nutzte die Gelegenheit, einige Marksteine borgmannschen Agierens in der Stadt zu resümieren. Dazu zählte er gleich zu Anfang von Borgmanns Tätigkeit in Lüdinghausen das Verhindern einer Müllverbrennungsanlage in Tetekum sowie den Umzug der Verwaltung vom ehemaligen Kreishaus in die Borg samt Erweiterungsbau, aber auch „die Rettung des St.-Antonius-Gymnasiums als dann städtischer Schule. Für die jüngere Vergangenheit nannte Holz den nicht einfachen Erwerb der Flächen zwischen den Burgen Lüdinghausen und Vischering für die „StadtLandschaft“, die Neugestaltung von Borg und Marktplatz sowie das neue Kino. Dabei erinnerte er zugleich an „manch lange und emotionale Diskussion im Rat“, die diesen schließlich erfolgreichen Projekten vorangegangen seien. Aber, so der Christdemokrat, letztlich seien doch „90 Prozent der Beschlüsse einstimmig gefasst worden“.

Für die Verwaltung nutzte der Beigeordnete Matthias Kortendieck die Gelegenheit, einem „ganz tollen Chef“ zu danken, der stets „eine offene Tür für die Mitarbeiter“ gehabt habe. Borgmann habe sich immer „nachhaltig und unermüdlich für die Interessen der Bürger eingesetzt. Wir kennen Sie als entschlossenen Motor.“

Borgmann selbst nahm die Dankesworte aus Politik und Verwaltung deutlich berührt entgegen und stellte fest: „Sie haben mich überrascht.“ Zugleich erklärte er: „Ich bin nur einer. Wenn Sie nicht mitgezogen hätten, wäre es nicht gelungen.“

Verabschiedet wurden: Hildegard Bone, Heinrich Horstmann, Michael Merten, Thomas Suttrup, Dieter Tüns sowie Dr. Klaus Waldt (alle CDU); die Sozialdemokraten Dr. Jerome Biehle, Natalie Geist, Susanne Havermeier, Josephine Kleyboldt und Thomas Steinkuhl; der Grüne Willi Kortmann und von der UWG Jürgen Berau, Rafael Borgmann, Markus Kehl und Susanne Wischnewski.

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