Trauer um Integrationsbeauftragten Sekou Toure
„Liebevoll, aber auch streng“

Lüdinghausen -

Nach längerer Krankheit ist jetzt der erste Integrationsbeauftragte der Stadt, Sekou Toure, verstorben. Er wurde 51 Jahre alt.

Donnerstag, 15.10.2020, 18:31 Uhr
Sekou Toure mit seinen Kolleginnen Lioba Sivalingam und Nahed Hassan (r.)
Sekou Toure mit seinen Kolleginnen Lioba Sivalingam und Nahed Hassan (r.) Foto: ben

Als im Frühjahr 2015 die Flüchtlinge nach Deutschland strömten und die Kommunen und ehrenamtlichen Helfer landesweit vor großen Herausforderungen standen, freute sich Konrad Kleyboldt , damals Vorsitzender der Arbeitsstelle Gerechtigkeit und Frieden, mit Sekou Toure den ersten Integrationsbeauftragten der Steverstadt einstellen zu können. Jetzt ist Toure nach längerer Erkrankung im Alter von 51 Jahren verstorben.

„Er war die Person, die in den Flüchtlingsunterkünften immer Ansprechpartner war, liebevoll, aber auch durchaus mal streng. Seine Präsenz, seine Ausstrahlung halfen, dass viele Konflikte rechtzeitig gelöst wurden. Dass Flüchtlinge in Lüdinghausen nie übermäßige Ablehnung erfuhren, daran hat Sekou Toure entscheidenden Anteil“, zollt Kleyboldt der engagierten Arbeit des Verstorbenen Respekt.

Lioba Sivalingam hat als zweite Integrationsbeauftragte eng mit Toure zusammengearbeitet: „Ich kann es immer noch nicht glauben. Sekou hat hier so viel bewirkt, hatte immer für jeden ein offenes Ohr. Er hat mit seiner besonderen Art den Grundstein dafür gelegt, dass die Flüchtlinge Vertrauen in die hiesigen Institutionen gefasst haben. Er wird eine große Lücke hinterlassen.“

Toure stammte gebürtig von der Elfenbeinküste und war Mitte der 1990er Jahre nach Deutschland gekommen. Er studierte Sozial- und Politikwissenschaften in Münster, wo er später auch in der Flüchtlingshilfe tätig war. Zu seiner Entscheidung nach Lüdinghausen zu gehen, sagte Toure einmal in einem WN-Interview: „Diese Stelle angenommen zu haben, war die beste Entscheidung meines Lebens.“

In den Räumen des Integrationsbüros gibt es die Möglichkeit, sich in ein Kondolenzbuch einzutragen. Um die coronabedingten Abstandsregeln einhalten zu können, wird um eine Anmeldung unter  0 25 91/ 2 59 75 99 gebeten.

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