KAB St. Ludger/St. Paulus löst sich auf
Verantwortung alleine nicht tragbar

Lüdinghausen -

Eine Entscheidung, die der Vorsitzenden, Christine Schenk, „im Herzen weh tut“: Die KAB St. Ludger wird Ende 2020 Geschichte sein. Der Grund: es finden sich keine neuen Führungskräfte.

Montag, 19.10.2020, 16:49 Uhr aktualisiert: 26.10.2020, 15:04 Uhr
Die KAB hatte für ihre Mitglieder auch zahlreiche Freizeitangebote
Die KAB hatte für ihre Mitglieder auch zahlreiche Freizeitangebote Foto: KAB Lüdinghausen

Nach 112 Jahren ist Schluss. Die Katholische Arbeitnehmer Bewegung (KAB) St. Ludger/St. Paulus löst sich zum 31. Dezember auf. Bei einer außerordentlichen Versammlung im August sei die Entscheidung, zum Jahresende aufzuhören, gefallen, berichtet die Vorsitzende Christine Schenk .

„Es finden sich einfach keine Personen mehr, die im Leitungsteam mitarbeiten wollen.“ Die Suche nach weiteren Mitstreitern, die sich aktiv in die Arbeit mit einbringen, sei erfolglos geblieben. Es gab bisher noch zwei Personen, die ihr bei der Arbeit den Rücken frei gehalten hätten, sagt Schenk. Doch beide seien nun krankheits- und altersbedingt dazu nicht mehr in der Lage. „Alleine schaffe ich das nicht“, bedauert Schenk, auch wenn sie mittlerweile im Ruhestand sei. „Ich bin nicht die geborene Führungskraft“, erklärt sie „ich bin in dieses Amt so reingerutscht.“ Die Auflösung der KAB sei auch für sie ein schwerer Schritt. „Mit tut die Entscheidung wirklich im Herzen weh.“

Dem Vorstand gehören derzeit noch Janbernd Lütke Bintrup, stellvertretender Vorsitzender seit 2015 (aktiv auch bei Bezirksvorstand der KAB in Coesfeld), Josef Bone , Schriftführer und Kassierer seit 2011, Roswitha Niehues, Beauftragte für Frauen und Senioren, und Beisitzer Martin Ottenhues. Präses der KAB ist Pfarrer Siegbert Hellkuhl.

Chronik zu 112 Jahre Geschichte

Im Jahr 1908 gründete sich die KAB St. Paulus. Mit der Einweihung der neuen St.-Ludger-Kirche 1958 entstand die zweite KAB-Gemeinschaft in Lüdinghausen, die KAB St. Ludger. Damit seien in beiden Pfarreien der Stadt KAB-Ortsvereine aktiv gewesen, heißt es in der Chronik der Gemeinschaft. 2005 schlossen sich die beiden Vereine zusammen, um unter dem Namen KAB St. Ludger mit einer KAB-Stimme zu sprechen. Mit Respekt blicke die Gemeinschaft auf die einen 112-jährige Geschichte zurück, sagt Schenk. Viele Jahre sei die KAB Lüdinghausen das Zuhause von Menschen, die soziales Engagement mit Gemeinschaft und Glaube verbinden wollen, sagt die 63-jährige. Rund 35 Mitglieder hat die KAB St. Ludger derzeit noch. Einige seien Mitglied, weil sie den von der KAB angebotenen Arbeitsrechtsschutz in Anspruch nehmen wollen und nicht in erster Linie am weiteren Programm teilnehmen. Dazu gehörten mehrer Pflegekräfte, berichtet Schenk, denen nicht die Lust, aber die Zeit fehle an zusätzlichen Angeboten der KAB teilzunehmen.

Mit einen Dank-Gottesdienst am 29. November (Sonntag) um 10.30 Uhr in der St. Felizitas Kirche, geht eine lange Vereinsgeschichte nun zu Ende. Von dem Wunsch nach mehr sozialer Gerechtigkeit zeuge auch die Entscheidung, das Vermögen des Vereins an drei soziale Projekte zu spenden, heißt es in einer Mitteilung des Vereins. Das Geld geht an den Verein „Würde und Gerechtigkeit“ um Pfarrer Peter Kossen, der sich für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für osteuropäische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einsetzt.

Ein weiterer Teil geht an die SKF-Stiftung „Legra“, die sich um die Bedürftigen Menschen in Lüdinghausen kümmert und an die Nikolaus-Groß-Stiftung. Die Stiftung sei ideell eng verbunden mit den Grundwerten der KAB.

Das Ende des Ortsvereins St. Ludger bedeute nicht, so Schenk, dass es nun keine KAB-Mitglieder mehr in Lüdinghausen gebe. Die Lüdinghauser KAB-Mitglieder können ab dem 1. Januar in den gemeinsamen „Zentralverein“ des Bezirks Coesfeld wechseln. Damit bleiben ihnen alle Rechte, wie das Recht auf Beratung und Vertretung in arbeitsrechtlichen und sozialrechtlichen Fragen, erhalten.

Als Beratungsstelle in arbeits-, sozialversicherungs- und rentenrechtlichen Fragen bleibt das Regionalbüro in Dülmen für die verbleibenden Mitglieder zuständig. Auch die vierteljährlich erscheinende Verbandszeitschrift „Impuls“ wird diesen weiter zugeschickt.

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