Zwei junge Frauen wagen Schritt in die Selbstständigkeit
Ideen und persönliche Überzeugung

Lüdinghausen -

Lisa Roerkohl verkauft Taschen, Carolin Kirschbaum unverpackte Lebensmittel. Die beiden haben sich mitten in der Corona-Krise den Traum vom eigenen Geschäft erfüllt. Beide setzen auf Nachhaltigkeit und wollen damit Kunden gewinnen. Dahinter steht die Überzeugung, das Richtige zu tun.

Donnerstag, 22.10.2020, 12:00 Uhr aktualisiert: 23.10.2020, 09:10 Uhr
Carolin Kirschbaum hat ihr Geschäft „Ich mag´s unverpackt“ eröffnet und freut sich jetzt auf viele Kunden – und ihr Baby.
Carolin Kirschbaum hat ihr Geschäft „Ich mag´s unverpackt“ eröffnet und freut sich jetzt auf viele Kunden – und ihr Baby. Foto: Marion Fenner

Mit Ende 20, mitten in der Corona-Krise, haben Carolin Kirschbaum und Lisa Roerkohl den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Aus Überzeugung, und weil sie zu 100 Prozent hinter ihrer Geschäftsidee stehen.

Roerkohl hat Ende September ihr Geschäft „individuaLIStA“ am Kirchplatz in Seppenrade eröffnet. Sie verkauft unter anderem individuell gestaltete Jutetaschen.

Selbstläufer

Begonnen hat alles damit, dass die 28-jährige Lehrerin, die Mode-Textil-Design studiert hat, für sich selbst Taschen gestaltet hat. „Freunden und Nachbarn haben meine Exemplare gut gefallen, und sie wollten auch eine haben.“ Das sei dann zum Selbstläufer geworden. Über soziale Netzwerke bot sie ihre Produkte an, und waren auf Anhieb begehrt. Von Österreich und Luxemburg bis nach Malaysia und in die USA verschickt die junge Frau ihre Taschen. Aus einem ehemaligen Hobby ist damit ein Beruf geworden. Als ihr Familie Nopto anbot, das Ladenlokal am Kirchplatz zu übernehmen, griff Roerkohl zu. Sie erweiterte das Sortiment mit Accessoires und Dekorationsobjekten. Zudem nutzt sie die neuen Räume, um weiter an ihren Produkten zu arbeiten. „Jetzt muss ich dafür nicht mehr zuhause den Küchentisch abräumen“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

Jetzt muss ich für meine Arbeit nicht mehr zuhause den Küchentisch abräumen.

Lisa Roerkohl

„Der Erfolg ist wohl darin begründet, dass viele Menschen auf Plastiktüten verzichten und auf individuelle Lösungen beim Einkaufen setzen“, ist Roerkohl überzeugt. Nachhaltigkeit sei derzeit ein großes Thema, da kämen ihre Taschen gerade recht.

Nachhaltigkeit ist auch das Motiv für die Firmengründung von Carolin Kirschbaum. „Ich mag‘s unverpackt“, heißt ihr Geschäft, das sie in Lüdinghausen an der Kleinen Münsterstraße in der vergangenen Woche eröffnet hat.

Ohne Plastik

Seit mehreren Jahren versucht Kirschbaum, möglichst wenig Plastik zu verbrauchen und auf Verpackungsmüll zu verzichten. Die technische Produktdesignerin hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, denn die Idee, ein eigenes Geschäft zu eröffnen, verfolgte sie seit Längerem. Sie informierte sich über Unverpackt-Läden und machte in Köln ein Praktikum. Von da an habe festgestanden: „Das soll es sein“. Außerdem fehlte in Lüdinghausen so ein Laden.

Bei uns kauft jeder nur so viel ein, wie er benötigt, eine Mindestmenge gibt es nicht.

Carolin Kirschbaum

Mit ihrem Businessplan überzeugte die 27-Jährige die Bank, die auch noch hinter ihr stand, als sie ihre Schwangerschaft bekanntgab. Kirschbaum glaubt, dass Menschen bereit sind, etwas mehr für gute Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs auszugeben – auch in der Steverstadt. „Die Kunden kommen mit eigenen Behältnissen und ihnen gefällt es“, freut sich die Firmengründerin. Das unverpackte Einkaufen sei außerdem ein Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung. „Bei uns kauft jeder nur so viel ein, wie er benötigt, eine Mindestmenge gibt es nicht.“

Zuversichtlich

Beide Firmengründerinnen blicken optimistisch in die Zukunft und glauben, den richtigen Schritt gemacht zu haben. Auch wenn das Projekt beiden erst schlaflose Nächte bereitet hat, freuen sie sich auf intensive Arbeitstage und Menschen, die sie mit ihren Ideen überzeugen und begeistern können.

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7643892?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F
Nachrichten-Ticker