Freundeskreis Sumba mit neuem Projekt
„Gemüse zum Leben“

Lüdinghausen -

Der Arbeitskreis Sumba unterstützt auf der indonesischen Insel ein neues Projekt. Gezielt wird dabei der Anbau von pflanzlichen Produkten gefördert.

Montag, 30.11.2020, 18:47 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 14:59 Uhr
„Gemüse zum Leben“ ist das neue Projekt des Arbeitskreises Sumba. Dafür werden in der Markt Apotheke Aquarelle verkauft (v.l.): die Künsterlin Renate Grünewald, Sumba-Initiatorin Christiane Poppe, Apothekerin Birgit Friesicke sowie die Mitstreiterinnen , Agnes Kuse, Annette Höning und Marion Schmidt.
„Gemüse zum Leben“ ist das neue Projekt des Arbeitskreises Sumba. Dafür werden in der Markt Apotheke Aquarelle verkauft (v.l.): die Künsterlin Renate Grünewald, Sumba-Initiatorin Christiane Poppe, Apothekerin Birgit Friesicke sowie die Mitstreiterinnen , Agnes Kuse, Annette Höning und Marion Schmidt. Foto: Peter Werth

Bereits seit über 20 Jahren unterstützt der Freundeskreis Sumba e. V. die Stärkung der Rolle der Frauen im Entwicklungsprozess der indonesischen Insel Sumba. Der alljährlich im Herbst durchgeführte Projektbesuch musste in diesem Jahr abgesagt werden. Nur wenige internationale Flüge erreichten das Partnerland Indonesien, heißt es in einem Pressebericht der Initiatoren. Ebenso seien Inlandsverbindungen auf die Insel lange ausgesetzt gewesen.

Die Corona-Pandemie habe auch auf der abgelegenen Insel im Osten des Archipels die Lebensbedingungen der Menschen beeinträchtigt. Der Kontakt zu den Projektpartnerinnen, den Ordensschwestern der Liebe vom Kostbaren Blut wurde währenddessen über WhatsApp und E-Mail aufrechterhalten. Zahlreiche Fotos – etwa eine größere Dachreparatur, die erneute Brunnenbohrung, den Fortschritt in der Sojaverarbeitung und dem Gemüseanbau auf dem Gelände des Frauenzentrums erreichten die Initiative zeitnah und stärkten den Austausch zwischen Projektpartnerinnen und dem Freundeskreis durch die Krise. Mit der Ausweitung des Gemüseanbaus rund um das Frauenzentrum konnte in der Krise eine zusätzliche Einkommensquelle geschaffen werden, so schreibt Schwester Irene in einem Bericht.

Der Projektbesuch einer kleinen Delegation des Lüdinghauser Freundeskreises Sumba auf der Insel führte im vergangenen Jahr zu den Frauen, die mit finanzieller Unterstützung ihre erfolgreiche Hühnerzucht in den aus Bambus gebauten Hühnerställen präsentierten.

In einer neugegründeten Hotelfachschule zur Qualifizierung einheimischer Fachkräfte im Tourismus informierte sich die Reisegruppe damals über das Ausbildungskonzept. Dort erhalten junge Menschen auch das nötige Rüstzeug zum eigenen Gemüseanbau in den heimatlichen Dörfern, das sie an ihre Familien weitergeben. Dies erfuhren die Lüdinghauser beim Besuch von Erlyn, der 17 Jahre alt ist und aus einem der entlegenen Dörfer kommt, in denen Schwester Rufina mit vielen Familien zusammenarbeitet. Erlyn studiert seit einigen Monaten Hotelmanagement; für ihn wurde ein Traum wahr: „Ich lerne Restaurant- und Bar-Management, und der Gemüseanbau gehört als fester Bestandteil dazu.“ Seine Familie sei für das erworbene Wissen dankbar und froh, es sichere ihr durch die praktische Nachahmung auf dem Hof ihres Anwesens kleine Ernteerträge, die die Eintönigkeit von Reis, Mais und wenig nahrhaften Blättern ergänzten. In der Hotelfachschule haben die jungen Frauen und Männer unter Anleitung ihrer Ausbilder den Boden fruchtbar gemacht. Mit einer ausgeklügelten Wasserleitung und aus Bioabfall und Bananenblättern hergestelltem Kompost, den sie in mit Steinen eingefasste Beete füllten, wachsen reichlich Auberginen, Bohnen, Tomaten, Gurken, Kürbisse, Sellerie und Petersilie, Oregano und Thymian.

An diese bereits bewährte Praxis will der Freundeskreis Sumba anknüpfen. Im Gespräch mit den Ordensschwestern entstand im Freundeskreis die Überlegung, auch anderen Familien den Bau eines Hochbeetes durch die Finanzierung der Baumaterialien zu ermöglichen. Gerade Hochbeete stellten zusätzliche Anbauflächen und eine überschaubare Bewässerung in Aussicht, in denen zart keimendes Saatgut sicher angepflanzt werden könne und nicht von freilaufenden Haustieren abgefressen werde. Die Voraussetzung, am Förderprojekt des Freundeskreises Sumba teilzunehmen, sei, sich auf dem Gelände des Caritaszentrums die praktischen Fähigkeiten, die zum Bau eines Hochbeetes erforderlich sind, anzueignen. „Wir verbinden mit dieser Initiative die Hoffnung, dass durch den Gemüseanbau der Speiseplan für die Familien vitaminreicher und vielseitiger gestaltet werden kann“, so der Verein.

Die Lüdinghauser Künstlerin Renate Grünewald unterstützt das Projekt für Familien auf der Insel Sumba mit zwei Aquarellmotiven und stellt diese dem Freundeskreis als Drucke zur Verfügung. Diese können in der Markt Apotheke sowie am kommenden Wochenende (4. und 5. Dezember) in der Weihnachtshütte (Ecke Kleine Münsterstraße/Markt) erworben werden. Ebendort stehen auch die bunten Hühner-Modelle aus dem vergangenen Jahr zum Verkauf.

 

Gespendet werden kann an Freundeskreis Sumba e.V., Volksbank Südmünsterland-Mitte, IBAN: DE 689 4016 4528 0041 7172 00, BIC: GENODEM1LHN, Christiane Poppe (Pastoralreferentin i.R.)

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7701616?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F163%2F
Nachrichten-Ticker