Neu erschienen: Geschichtsblätter für den Kreis Coesfeld
In die Historie eingetaucht

Lüdinghausen -

Eine bunte Mischung spannender Geschichten bietet die neue Ausgabe der Coesfelder Geschichtsblätter. Zwölf historische Geschichten umfasst der Band, der vom Kreisheimatverein Coesfeld herausgegeben wird.

Freitag, 01.01.2021, 13:12 Uhr
Mitautor Michael Kertelge präsentiert die neu erschienen Coesfelder Geschichtsblätter.
Mitautor Michael Kertelge präsentiert die neu erschienen Coesfelder Geschichtsblätter. Foto: privat

Eine bunte Mischung spannender Geschichten bietet die neue Ausgabe der Coesfelder Geschichtsblätter. Zwölf historische Geschichten umfasst der Band, der vom Kreisheimatverein Coesfeld herausgegeben wird, heißt es in einem Pressetext.

Die Themen umfassen eine große Spannbreite: von einem fossilen Milchzahn eines Mammuts in Coesfeld-Flamschen bis hin zum Daruper Altarbild und der Pest im Jahr 1666. Erzählt wird vom tridentinischen Katholizismus im 17. Jahrhundert, vom Olfener Kommunalfriedhof und den dortigen Kriegsgräbern. Ruhr und Rheumatismus von kranken Soldaten im Dülmener Lazarett während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 werden ebenso thematisiert. In enger räumlicher und inhaltlicher Nähe zu Lüdinghausen sind fünf Aufsätze verfasst.

So beschäftigt sich der Archäologe Dr. Christoph Grunewald mit der Frage, ob der Fund eines karolingerzeitlichen Schwertgurtbeschlages darauf schließen lässt, dass dort ein Mitglied der damaligen einheimischen Oberschicht lebte, ob er Franke war, der in Ermen einen Hof hatte, oder ob das Fundstück bei der Durchreise verloren ging?

Dr. Peter Ilisch ist mit vier Beiträgen vertreten. Auf gut zehn Seiten umreißt er die Geschichte des Hauses Ermen. Abgebildet ist auch ein Foto einer Parzelle, die einen Trockengraben der Burg Ermen zeigt.

73 Seiten umfasst der Aufsatz des Lüdinghausers Michael Kertelge. Er beschreibt ein fast vergessenes und oft verdrängtes Thema der NS-Zeit. Kertelge: „571 Anträge auf Zwangssterilisationen gab es während des Dritten Reichs im damaligen Kreis Lüdinghausen. 371 Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche wurden aufgrund des ,Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses‘ in den Jahren 1934 bis 1944 sterilisiert.“ Keiner und keine von den von Sterilisierung betroffenen Menschen habe eine Form von Wiedergutmachung erhalten, betont Kertelge. Verantwortlicher Antragsteller der Prozesse sei vor Ort der Leiter des Lüdinghauser Gesundheitsamtes und Lüdinghauser Amtsarzt gewesen, Dr. Wilhelm Appelmann. Abgerundet wird der gerade druckfrisch erschienene Band von der Chronik des Kreises Coesfeld aus der Feder von Anne Grütters.

Der Band umfasst 342 Seiten und ist in Buchform erschienen. Zum Preis von zwölf Euro ist er bei Michael Kertelge (Michael.kertelge@web.de) zu beziehen.

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