Felicitas Peters verbringt ein Semester in Lappland
Sehnsuchtsort hoch im Norden

Lüdinghausen -

Für ein Semester ins Ausland gehen? Für viele Studierende eine attraktive Möglichkeit. Frankreich, USA oder Neuseeland hießen die Traumziele meist. Doch Felicitas Peters hat es an einen eher ungewöhnlichen Studienort gezogen.

Sonntag, 03.01.2021, 19:07 Uhr aktualisiert: 03.01.2021, 19:10 Uhr
Bis endlich der Schnee in Lappland fiel, musste sich Felicitas Peters gedulden. Sie reiste bereits im August zu Studienbeginn in den hohen Norden.
Bis endlich der Schnee in Lappland fiel, musste sich Felicitas Peters gedulden. Sie reiste bereits im August zu Studienbeginn in den hohen Norden. Foto: privat

Seit Mitte August lebt die Lüdinghauserin Felicitas Peters in Lappland, der nördlichsten Region in Finnland – rund 2400 Kilometer nördlich von ihrem Heimatort in Deutschland entfernt. Von hier aus berichtet sie der Lüdinghauser Zeitung von ihrem Leben im hohen Norden:

„Seit August wohne ich nun in Finnland und mache ein Erasmus-Auslandssemester an der Universität von Lappland. Während an meiner Heimatuni, der Westfälischen-Wilhelms Universität Münster , meine Jura-Kommilitonen online studieren, läuft hier alles weitestgehend normal.

Dass Finnland eine Art „Corona-Bubble“ ist, bemerkte ich direkt, als ich mich auf meine lange Reise in den Norden begab. Während ich noch meinen Mundschutz im Zug nach Lübeck getragen hatte, fühlte ich mich auf der Fähre nach Helsinki mit der Maske schon ein wenig komisch. In dem Moment, wo ich 29 Stunden nach meiner Abreise im Münsterland finnischen Boden betrat, wanderte mein Mundschutz auch in meine Tasche – niemand in Helsinki trug eine, als wäre Corona hier noch gar nicht präsent.

Und so verliefen die ersten beiden Monate in Finnland, obwohl meine Orientierungswoche für das Semester online verlief und auch einige Studenten in meinem Wohnheim aus damaligen Risikogebieten in Deutschland sich prophylaktisch in Quarantäne begaben, so lief doch alles wie zu „Vor-Corona“-Zeiten. Restaurants, Bars, Clubs, Studentenpartys – keine Einschränkungen.

Erst im Oktober stiegen dann auch in Finnland die Infektionszahlen. Zwar nur im Süden von Finnland, doch die Regierung empfahl sofort den Mundschutz, und die Bevölkerung folgte diesem Rat sofort. Von einen Tag auf den anderen sah man kaum mehr jemanden ohne Maske. Clubs waren weiterhin geöffnet, doch kaum mehr besucht. Meine finnische Universität stellte auch größere Vorlesungen auf Online-Lehre um, aber ließ Büchereien und Mensen weiterhin geöffnet.

Im Juni, als ich mich dafür entschieden hatte, nach Finnland zu gehen, hatte ich ein wenig Angst gehabt, dass ich mich plötzlich in einem fremden Land ohne soziale Kontakte befinden könnte. Zu meinem Glück konnten einige meiner Vorlesungen trotzdem präsent stattfinden. Außerdem entwickelte sich auch bald Freundesgruppe mit anderen Austauschstudenten, mit denen ich dann gemeinsam die Umgebung erkundete.

Bei der Bewerbung für mein Auslandssemester war für mich von Anfang an klar gewesen, dass ich nach Skandinavien möchte, um die außergewöhnliche Natur zu erleben. Finnland strotzt nur so vor Natur, über 75 Prozent des Landes sind mit Wald bedeckt. Daher gab es ausreichend Möglichkeiten die Zeit im Freien zu verbringen. Im finnischen Herbst bis Anfang Oktober wanderten wir viel und sammelten fast täglich wilde Blaubeeren.“

Zweiter Teil des Reiseberichts aus Lappland folgt.

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