Aktion der Initiative „Seebrücke“
Schuhe erinnern an Flüchtlingsschicksale

Lüdinghausen -

Mit einer besonderen Aktion machte die Initiative „Seebrücke“ am Wochenende auf das Schicksal der Menschen in Flüchtlingslager auf dem Balkan aufmerksam. Dort wurden Schuhe mit einem Zettel „Ich stehe hier, weil . . .“ aufgestellt.

Montag, 01.02.2021, 18:51 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 19:00 Uhr
Mit einer weiteren Aktion – am Samstag auf dem Marktplatz und am Sonntag in der „StadtLandschaft“ – machten die Aktiven der Lüdinghauser Initiative „Seebrücke“ auf das Schicksal geflüchteter Menschen aufmerksam.
Mit einer weiteren Aktion – am Samstag auf dem Marktplatz und am Sonntag in der „StadtLandschaft“ – machten die Aktiven der Lüdinghauser Initiative „Seebrücke“ auf das Schicksal geflüchteter Menschen aufmerksam. Foto: Arno Wolf Fischer

Mit einer Aktion, die die Blicke vieler Passanten auf sich zog, machte die Lokalgruppe Lüdinghausen der Initiative „Seebrücke“ am Samstag und Sonntag auf die Situation von Geflüchteten aufmerksam. Im Rahmen des Aktionstages „Aufnahme statt Abschottung“ füllten Schuhe den Marktplatz. Zettel mit dem Satz „Ich stehe hier, weil . . .“ fassten die Anliegen der „Seebrücke“ zusammen.

Im Mittelpunkt der Aktion stand die Solidarität mit Geflüchteten auf der Balkanroute, für die sich die Partnerinitiative „Balkanbrücke“ einsetzt. „Wir sind diesem Ruf gefolgt“, erklärte Mitinitiatorin Anke Brandmeier . Zentrale Forderungen des Aktionstages sind unter anderem ein Stopp von Zurückweisungen an der EU-Außengrenze sowie der Ruf nach Schutz und Perspektiven für die auf der Route gestrandeten Menschen. „Die Infrastruktur ist katastrophal, es fehlt an beheizbaren Zelten und Flüchtlinge müssen selbst versuchen eine Stromversorgung herzustellen“, fasste Brandmeier mit Blick auf Lager wie das kürzlich niedergebrannte bosnische „Lipa“ oder das griechische „Kara Tepe“ zusammen und ergänzte: „Man wird müde es aufzuzählen.“

Lokalpolitischer Ausdruck der Bemühungen der „Seebrücke“ ist der Antrag, Lüdinghausen zu einem „sicheren Hafen“ zu machen: Die Stadt würde sich damit zahlreichen anderen Gemeinden anschließen und freiwillig zehn weitere Geflüchtete aufnehmen. „Wir als Kirchengemeinde unterstützen den Antrag“, erklärte Pfarrerin Silke Niemeyer und stellte fest: „Es ist klasse, dass so etwas in kleinen Kommunen gelingt.“ Grünen-Fraktionsvorsitzender Eckart Grundmann betonte: „Es ist keine Symbolpolitik, sondern ein ganz konkretes Angebot zur Regelung der Verteilung, das wir hier vor Ort stemmen können.“ Der Antrag werde nun in den Ausschuss für Gesellschaft, Ordnungswesen und Sport eingebracht, wie Brandmeier erklärte. Der nächste Schritt sei dann die Abstimmung im Stadtrat. Die mit dem Antrag verbundene Petition verzeichnet bis jetzt mehr als 400 Unterschriften und ist weiterhin auf der Plattform „OpenPetition“ verfügbar.

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