„Stadt und Land“: Sonderprogramm des Bundesverkehrsministeriums
1,46 Milliarden Euro für den Radverkehr

Lüdinghausen -

Das Bundesverkehrsministerium stellt Geldmittel in rekordverdächtiger Höhe für den Radwegebau zur Verfügung. Auch in Lüdinghausen und Seppenrade könnten damit wichtige Radwege realisiert werden. Der ADFC weist die Kommunen darauf hin, Förderanträge zu stellen.

Mittwoch, 03.02.2021, 19:03 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 19:10 Uhr
Der Radweg am Berufskolleg
Der Radweg am Berufskolleg Foto: ADFC

Über eine eine gute Nachricht aus der Politik freut sich der ADFC Lüdinghausen. Denn rechtzeitig zur ersten Video Konferenz des Sprecherteams wurde bekannt, dass mit einer Verwaltungsvereinbarung das Sonderprogramm „Stadt und Land“ an den Start gegangen ist. Darin stelle das Bundesverkehrsministerium erstmals Geldmittel für den Radwegebau in den Kommunen in rekordverdächtiger Höhe zur Verfügung. Die Mittel stammen aus dem Klimapaket der Bundesregierung und sollen es ermöglichen, einen klimafreundlichen Radverkehr mit voller Kraft zu anzugehen, heißt es in einer Pressemitteilung des Fahrradclubs ADFC. Dieser begrüße das Programm und die damit verbundenen hohen Qualitätskriterien. Einziger Kritikpunkt: Auch sogenannte Schutzstreifen seien förderungsfähig – eine Markierungslösung, die der ADFC nicht für fahrradfreundlich und sicher halte.

Deutschland solle endlich Fahrradland werden, denn Geld vom Bund sei jetzt reichlich da. Der setze auch neue Maßstäbe, wie gute Radinfrastruktur überhaupt gestaltet sein müsse, damit sie Menschen aller Altersgruppen zum Radfahren einlade. Und nicht nur das: Das Bundesverkehrsministerium mache sogar quantitative Zielvorgaben und lege sich fest, wie viele Kilometer Radwege, wie viele Fahrradstraßen und wie viele Fahrradbügel bis 2023 gebaut werden sollten. Jetzt sei es Sache der Kommunen, zügig Projektanträge für die Einrichtung von Qualitätsradwegenetzen und Fahrradparkplätzen zu stellen, denn der Bedarf nach besserer Radinfrastruktur sei groß.

Das gelte auch für die Radwege in Lüdinghausen. Hier könnten wichtige Projekte realisiert werden wie beispielsweise der wichtige Radweg zur Verbindung von Seppenrade und Lüdinghausen, oder auch die Radachse Stadtfeldstraße. Auch eine Umgestaltung eines Teilbereichs der Tüllinghofer Straße zur Fahrradstraße würde näherrücken, ohne es auf die lange Bank schieben zu müssen, heißt es weiter.

Das Bundesverkehrsministerium stelle für die Jahre 2020 bis 2023 insgesamt 1,46 Milliarden Euro für den Radverkehr zur Verfügung, davon rund 660 Millionen Euro über das Sonderprogramm „Stadt und Land“. Hinzu kommen 170 Millionen Euro für Radschnellwege, 46 Millionen Euro für das touristische Radnetz Deutschland und 126 Millionen für Modellvorhaben des Radverkehrs.

In der Verwaltungsvereinbarung sei ausdrücklich festgehalten, dass ein hochwertiger Standard für alle Nutzergruppen umgesetzt werden solle, der eine hohe Verkehrssicherheit und ein hohes subjektives Sicherheitsempfinden garantiere. Darauf habe der ADFC gedrungen, da die vorhandenen Regelwerke für den Radverkehr oft nicht verbindlich seien und dringend überarbeitet werden müssten.

Bisher würden in vielen Kommunen noch spärlichere Radwege gebaut, als es selbst die überholten Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) vorsehen. Mehr Platz fürs Rad gibt es nur durch gerechte Neuverteilung von Verkehrsflächen, wie es auch die Diskussionen in unserer Steverstadt zeigen. Der ADFC weist darauf hin, dass Förderanträge ab sofort von Kommunen gestellt werden können.

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