Bürgerbus: Fahrgastzahlen in der Pandemie
Zwölf Wochen nur im Carport verbracht

Lüdinghausen -

Wie in vielen anderen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens haben die Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Virusinfektion weitreichende Einschnitte in die Mobilität vieler Fahrgäste gebracht. Der Bürgerbus hat zwölf Wochen nur im Carport verbracht.

Montag, 22.02.2021, 18:57 Uhr aktualisiert: 22.02.2021, 19:00 Uhr
Bürgerbus: Fahrgastzahlen in der Pandemie: Zwölf Wochen nur im Carport verbracht
Foto: privat

Die Corona-Pandemie hat den Bürgerbus im vergangenen Jahr stark ausgebremst. Wie in vielen anderen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens haben die Schutzmaßnahmen gegen diese Virusinfektion weitreichende Einschnitte in die Mobilität vieler Fahrgäste gebracht. Denn insgesamt zwölf Wochen des Jahres 2020 verbrachte der Bürgerbus im Carport auf dem Gelände des Autohauses Rüschkamp in der Lockdown-Stillstandszeit, heißt es in einer Pressemitteilung.

Kein Wunder, dass die Fahrgastzahlen eingebrochen sind, so die Verantwortlichen: Nutzten in 2019 noch 8769 Fahrgäste den Bus, waren es im Jahr 2020 nur noch 5351 Personen. Das ist ein Rückgang von 39 Prozent. Die stärksten Rückgänge waren bei der Linie B 41 Seppenrade (46,1 Prozent) und der Linie B 43 Klutensee-Bad (42,3 Prozent) zu verzeichnen. Die Linie B 42 Windmühlenberg verbuchte mit 25,5 Prozent den geringsten Rückgang.

Als einen echten Einbruch in der bisher „sehr erfolgreichen“ Entwicklung des Bürgerbuseinsatzes, bezeichnet Dr. Norbert Lütke Entrup vom Vorstand des Bürgerbusvereins die derzeitige Lage. Er machte aber auch deutlich, dass die Corona-bedingten Fahrstopps des Jahres 2020 und des derzeit noch andauernden Lockdowns zum Schutz der Fahrgäste und des ehrenamtlichen Fahrdienstes alternativlos gewesen seien. Neben der wochenlangen Bürgerbus-Stillstandszeit von Mitte März bis einschließlich Mai sowie ab Mitte Dezember bis zum Jahresende 2020 nannte Fahrdienstleiter Helmut Hugot einen weiteren Grund für den Rückgang der Fahrgastzahlen: Nach der Wiederaufnahme des Fahrbetriebes vom 2. Juni bis zum 15. Dezember sei zunächst eine nicht unerhebliche Zahl an Fahrgästen ausgeblieben. Danach sei die Zahl im Vergleich mit den Monatszahlen der Vorjahre nur langsam wieder angestiegen. Andererseits sehnten viele Nutzer des Bürgerbusses den Tag herbei, an dem das Fahrzeug wieder seine Runden drehen könne: Auch während des gegenwärtigen Lockdowns gehen bei vielen Fahrern sowie Vorstandsmitgliedern Anfragen von zumeist älteren, oft alleinstehenden Menschen ein, die ihre gewohnten Fahrten zum Markt, zu Arztpraxen, zu Einkäufen und zu Besuchen schmerzlich vermissen.

Hier hofft der Bürgerbusverein auf den 8. März (Montag). Ab diesem Tage könne der Fahrbetrieb nach heutigem Stand wieder aufgenommen werden.

„Ob dies real der Fall sein wird, bleibt abzuwarten“, kann auch Lütke Entrup nicht versprechen. Die Hygienemaßnahmen im Bus mit Handdesinfektionen, Mund-Nasen-Schutz mit FFP- oder Medizinmasken sowie die Desinfektion des Fahrzeugs seien gewährleistet.

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