Zahl der Übernachtungen im Jahr 2020 eingebrochen
Keine Gäste – kein Umsatz

Lüdinghausen -

Drei Jahre in Folge steigen die Übernachtungszahlen in der Steverstadt und verdoppeln sich in diesem Zeitraum auf satte 35 000. Doch mit Corona kommt in 2020 der Absturz – mit fatalen Auswirkungen auf die Branche.

Freitag, 26.02.2021, 12:10 Uhr

Während die ersten Politiker auf Bundes- und Landesebene schon mal jetzt öffentlichkeitswirksam das Aus für alle Urlaubspläne zu Ostern verkünden, zieht sich die Schlinge für die hiesigen Hoteliers weiter zu. „Gerade rund um die Osterfeiertage haben wir in Lüdinghausen normalerweise eine gute Nachfrage, was touristische Übernachtungen betrifft“, berichtet Stefan Wiemann , Geschäftsführer von Lüdinghausen Marketing. Die Lage sei für die Branche mittlerweile nicht nur düster, sondern dramatisch. „Und das nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch psychisch, einfach weil kein Ende des Lockdowns abzusehen ist.“ Corona nehme Hotelbetreibern aktuell jede Perspektive.

Lüdinghausen hat in den vergangenen Jahren spürbar an Bedeutung als Tourismusort zugelegt, wovon natürlich auch der Einzelhandel und die Gastronomie profitiert hat.

Stefan Wiemann von Lüdinghausen Marketing

 

Und das, wo doch gerade in den Jahren zuvor die Zahl der Übernachtungen in der Steverstadt stetig gestiegen war: Von rund 18 000 Übernachtungen noch im Jahr 2016 auf rund 35 000 im Jahr 2019. „Lüdinghausen hat in den vergangenen Jahren spürbar an Bedeutung als Tourismusort zugelegt, wovon natürlich auch der Einzelhandel und die Gastronomie profitiert hat“, so Wiemann. Doch 2020 kam mit der Pandemie der Absturz: Bei der Zahl der Gäste ein Minus von 45 Prozent, bei den Übernachtungen um 38 Prozent zum Vorjahr. Dabei habe es im Sommer und Frühherbst – also nach dem ersten und vor dem zweiten Lockdown – eine spürbare Erholung gegeben. „Das haben wir ganz direkt schon bei der Zahl der gemieteten Fahrräder gespürt“, erzählt Wiemann. Der zweite Lockdown habe dann die letzte Chance der Hoteliers, zumindest noch einen Teil des weggebrochenen Umsatzes wiedergutzumachen, zunichte gemacht.

Was die Aussichten für die Zukunft der Hotelbetreiber in Lüdinghausen betrifft, fällt Wiemanns Prognose zwiegespalten aus. Auf der einen Seite müsse man damit rechnen, dass vor allem das Minus bei Geschäftsreisenden oder Tagungen nicht wieder umgekehrt werden könne. „Vieles davon wird auch nach Corona weiter digital stattfinden.“ Positiver sieht Wiemann dagegen die Entwicklung bei den rein touristischen Gästen: „Da hoffen wir auf einen deutlichen Trend nach oben.“ Durch die Pandemie habe sich das Urlaubsverhalten vieler Bürger verändert. Statt Fernreisen, Malle-Urlaub oder Kreuzfahrten werde lieber Urlaub im eigenen Land gemacht. „Davon kann Lüdinghausen sicher profitieren“, ist der LH-Marketing-Chef überzeugt. Pläne, wie man die Unternehmen dabei unterstützen kann, würden bereits diskutiert, beispielsweise unter Federführung des Regionalverbandes Münsterland E.V.. „Aber noch ist es zu früh für konkrete Aktionen“, so Wiemann. Noch bleibe nicht viel mehr als das Prinzip Hoffnung, „weil ja noch niemand weiß, wann es wieder losgeht.“

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