Nottuln
Betont sachliche Diskussion

Montag, 10.03.2008, 22:03 Uhr

Nottuln . Dirk Griepenburg ist nicht nur Nottulner Bürger seit 1986, sondern auch beim Landesbetrieb Straßenbau beschäftigt. Als er im Zuge der Neustrukturierung der Behörde die Leitung der neuen Regionalniederlassung Münsterland übernimmt, „erbt“ er auch das Nottulner Umgehungsstraßenprojekt von seinem Vorgänger Reinhard Niggemeier . Zu der vorgeschlagenen Trasse nördlich um Nottuln herum steht auch Griepenburg. „Das bringt die größte Entlastung für den Ort“, betont er im Gespräch mit unserer Zeitung und verweist darauf, dass der Gesamtverkehr in der Ortsdurchfahrt um rund 39 bis 49 Prozent gesenkt wird, der viel bedeutsamere Lkw-Verkehr sogar um bis zu 86 Prozent.

Derartige Überzeugungsarbeit mussten Griepenburg und seine Mitarbeiter am Montag (10. März) zum Start des viertägigen Erörterungsverfahrens für das Umgehungsstraßenprojekt nicht leisten. Denn am ersten Tag hatte Verhandlungsleiter Ulrich Michael, Verkehrsdezernent bei der Bezirksregierung Münster, ausschließlich die Anregungen und Einwendungen der sogenannten Träger öffentlicher Belange auf die Tagesordnung gesetzt. Die rund 18 anwesenden Bürger erlebten eine betont sachliche Diskussion der Behördenvertreter, immer wieder unterbrochen von längeren Pausen, wenn für das Protokoll das Ergebnis der Gespräche formuliert wurde.

Nicht alle Träger öffentlicher Belange hatten Vertreter geschickt, schließlich waren im Vorfeld ja schriftlich die Meinungen ausgetauscht worden. Und die, die anwesend waren, machten es manchmal ganz kurz. Der Vertreter der Industrie- und Handelskammer: „Wir haben keine Bedenken. Die Straße ist von großer Bedeutung für die Regionalwirtschaft.“

Kurz ist zur Überraschung mancher Bürger auch die Stellungnahme des Kreises Coesfeld . Dr. Johannes-Gerhard Foppe, Leiter des Umweltabteilung: „Die Belange und Forderungen des Kreises Coesfeld wurden berücksichtigt. Wir haben keine weiteren Forderungen und Einwände.“ Erst als Bürger zum Naturschutzgebiet Nonnenbach nachfragen, wird es ein wenig ausführlicher. Hermann Grömping, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde, weist darauf hin, dass das Straßenbauprojekt bei der Aufstellung des Landschaftsplanes und bei der Ausweisung des Naturschutzgebietes bereits berücksichtigt wurde. „Die Straße macht den Naturschutzwert nicht kaputt.“

Dass bei einem Erörterungstermin auch gegensätzliche Meinungen am Ende stehen bleiben können, wird am Beispiel der Archäologen vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe deutlich. Dr. Bernhard Stapel verweist darauf, dass im Bereich der Trasse drei archäologische Fundstellen bekannt seien. Er fordert von der Straßenbaubehörde die Kostenübernahme für Voruntersuchungen. Das wird aber zurückgewiesen. Konsequenz: Das Ministerium muss nun entscheiden.

Zwei Stunden früher als geplant endete der erste Erörterungstag. Grund: Der Vertreter des Naturschutzbundes, Kreisverband Coesfeld, sagte seine Teilnahme ab.

Am Dienstag (11. März) geht es mit der Erörterung der privaten Einwendungen weiter.

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