Nottuln
Musik aus der Renaissance

Donnerstag, 26.03.2009, 19:03 Uhr

Appelhülsen - Auch in diesem Jahr finden im Friedenshaus der evangelischen Kirchengemeinde in Appelhülsen wieder Veranstaltungen in der Reihe „Kunst, Literatur, Musik“ statt. Am 5. April (Sonntag) wird die Saison mit einem Passionskonzert des Renaissance-Trios mit Sängerin: „Musik vor 1600 - Geblasen im Trio mit Gesang“ eröffnet. Das Trio aus Münster spielt auf verschiedenen Blasinstrumenten der Renaissancezeit: Blockflöten, Gämshörner, Cornamusen, Krummhörner, Kortholt. Dazu werden geistliche Lieder für Sopranstimme gesungen.

Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Cl. non Papa, Joh. Walter, M. Agricola , B. Resinarius , H. Schütz, G. P. da Palestrina, A. Falconieri, G. Buona, M. East, J. Dowland und Th. Morley.

Ausführende sind Renate Breilmann, Silvia Dörholt, Helga Höfer und Susan Rohdenburg (Sopran).

In diesem Konzert treffen die Zuhörer auf ungewöhnliche Instrumente. Das Gämshorn, ein Modeinstrument der Renaissance, ist ein Horn im wahrsten Sinne des Wortes, bei dem man ausnahmsweise zum dicken Ende hineinbläst. Es wurde ursprünglich aus dem Horn der Gämse gefertigt; später verwendete man Rinderhörner zum Erreichen eines größeren Tonumfanges.

Eigentlich ist das Gämshorn ein Flöteninstrument. Durch seine Grifflöcher kann es ähnlich wie eine Blockflöte gespielt werden.

Die Cornamuse wurde in Europa im 15. Jahrhundert entwickelt und stammt von einem mittelalterlichen Ins­trument mit gerader Röhre ab. Im 16. Jahrhundert war die Cornamuse weit verbreitet. Mit dem musikalischen Übergang von der Renaissance zum Barock im 17. Jahrhundert geriet es aus der Mode. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts werden wieder Cornamusen gebaut und gespielt. Neben der Wiedergabe von Musik aus Mittelalter und Renaissance wird die Cornamuse vereinzelt auch bei Folk und moderner Musik eingesetzt.

Das Kortholt ist ein historisches Musikinstrument aus der Familie der Holzblasins­trumente. Es war in der Renaissance-Zeit gebräuchlich. Der Name des Instruments bedeutet im Altdeutschen „kurzes Holz“ und bezieht sich auf die in Bezug auf seine Stimmlage geringe Baugröße. Der Ton wird beim Kortholt über ein Doppelrohrblatt erzeugt, das in einer Windkapsel untergebracht ist, ähnlich wie beim Krummhorn. Der Klang ist dem des Krummhorns ähnlich, wenn auch weicher, was davon herrühren mag, dass durch die eng geknickte Röhre gewisse Obertöne gedämpft werden. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts werden wieder Kortholte gebaut und gespielt.

Alle Musikfreunde dürfen sich also auf ein spannendes Konzert mit diesen traditionsreichen Instrumenten freuen. Das Konzert beginnt um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Veranstalter bitten aber um eine Spende für den Erhalt des Friedenshauses.

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