Nottuln
Gymnasium: Schule mit internationalem Flair

Montag, 22.06.2009, 22:06 Uhr

Nottuln - Immer wieder freut man sich am Gymnasium Nottuln über Gäste aus aller Welt. Regelmäßig kommen polnische und Schweizer Schüler im Rahmen eines gegenseitigen Austausches mit den Partnerschulen in Chodziez, Neuchâtel und Genf nach Nottuln, um hier das Familien- und Schulleben der deutschen Gastgeber kennenzulernen.

Darüber hinaus sind häufig auch Jugendliche aus anderen Ländern für längere Zeit in der Baumberggemeinde zu Gast. So hat das Gymnasium in diesem Schuljahr einen jungen Amerikaner, einen Südafrikaner und einen Franzosen als Gastschüler aufgenommen.

Der Stipendiat Maxwell Chambers aus Boise im Bundesstaat Idaho hält sich bereits seit September 2008 in Nottuln auf. Unterstützt durch das Parlamentarische Patenschaftsprogramm hatte der Jugendliche Gelegenheit, am Unterricht der Jahrgangsstufe 11 und an verschiedenen Studienfahrten z.B. nach Berlin und Weimar teilzunehmen. Maxwell, der am kommenden Mittwoch in seine Heimat zurückfliegen wird, ist mit seinem Aufenthalt in Deutschland sehr zufrieden. „Die Familie Menninger in Appelhülsen hat mich sehr nett aufgenommen, und besonders mit meinem Gastbruder Bastian Menninger habe ich mich gut verstanden. Das hat mir auch geholfen, als ich Probleme mit der Gesundheit hatte“ versichert der junge Amerikaner gegenüber Elke Weßendorf , Betreuungslehrerin für Gastschüler am Gymnasium. Daher sei es ihm auch wichtig gewesen, nach einem kurzen Klinikaufenthalt in den USA wieder nach Nottuln zurückzukommen und das Schuljahr hier zu beenden.

Für sechs Monate kam der Südafrikaner Joshua Motete aus Johannesburg, wo er die Deutsche Internationale Schule besucht, nach Nottuln und fühlte sich bei Familie Westerbarkey in dieser Zeit wie zu Hause. „Am Anfang war es etwas schwer für mich hier in der Schule, weil ich nicht alles so gut verstanden habe. Aber dann habe ich gute Kontakte in meiner Klasse gefunden, besonders als wir zum Skikompaktkurs nach Österreich gefahren sind“, berichtet Joshua.

Seit diesem tollen Erlebnis im Schnee habe er viele Freunde, mit denen er sich auch am Wochenende treffe. Vor allem genießt er in Nottuln die Freiheit, sich mit dem Fahrrad zu bewegen, da dieses in seiner Heimatstadt Johannesburg nicht möglich sei. „Dort ist es viel gefährlicher als hier! Wir machen alles mit dem Auto“, vergleicht der Schüler, der gerade seinen 15. Geburtstag feierte und dessen Lieblingsfach am Gymnasium der Sportunterricht ist. Jetzt freue er sich aber auch, wieder nach Hause zu kommen.

Für den Franzosen Justin Trombley aus La Rochelle, der seit fünf Jahren Deutsch lernt, ist der zweimonatige Aufenthalt in Deutschland wichtig für seinen Schulabschluss. Der 15-Jährige beabsichtigt das „Abi-Bac“ abzulegen. „Das ist eine Mischung aus deutschem Abitur und französischem Baccalauréat. Es werden Geschichte, Erdkunde und Deutsche Literatur auf Deutsch unterrichtet. Deshalb habe ich elf Stunden Deutsch in der Woche“, erklärt Justin seinen Mitschülern aus der 10. Klasse, in die auch seine Gastschwester Sarah Denter geht. Ermöglicht hat diesen Austausch das Deutsch-Französische Jugendwerk (OFAJ), das mit dem Programm Brigitte Sauzay Kontakte zwischen französischen und deutschen Schülern vermittelt. Auch wenn Nottuln kleiner sei als La Rochelle und das Meer fehle, gefalle ihm die Gegend gut. „Münster und Düsseldorf sind schöne Städte, aber ich freue mich auch darauf, noch Berlin kennenzulernen“, gibt Justin zu.

Eine Heimkehr mit guten Erinnerungen an die Nottulner Zeit wünscht Elke Weßendorf im Namen der Schule den drei Gastschülern. Dass sie ihren Aufenthalt gut genutzt haben, um ihre Deutschkenntnisse intensiv zu verbessern, den deutschen Schulalltag und das Familienleben kennen zu lernen sowie freundschaftliche Kontakte zu knüpfen, ist eine positive Bilanz. „Es bereichert unser Schulleben enorm, wenn uns Gäste verschiedener Nationalität ihre Länder und Gewohnheiten vorstellen. Diese interkulturellen Begegnungen sind ein wichtiger Beitrag für die persönliche Entwicklung Jugendlicher, aber stärken auch Neugier und Toleranz gegenüber Fremdem. Daher sind uns auch in Zukunft Gäste am Gymnasium stets sehr willkommen“, betont Elke Weßendorf.

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