Nottuln
Mit Lambertus fing alles an - die Pfarrer von Schapdetten

Schapdetten - Am 13. September 2009 verliert die Pfarrgemeinde St. Bonifatius Schapdetten nach fast 700 Jahren ihre Selbstständigkeit. Zusammen mit der Pfarrgemeinden St. Martinus Nottuln, St. Mariä Himmelfahrt Appelhülsen und Ss...

Freitag, 31.07.2009, 10:07 Uhr

Schapdetten - Am 13. September 2009 verliert die Pfarrgemeinde St. Bonifatius Schapdetten nach fast 700 Jahren ihre Selbstständigkeit. Zusammen mit der Pfarrgemeinden St. Martinus Nottuln , St. Mariä Himmelfahrt Appelhülsen und Ss. Fabian und Sebastian Darup wird die neue Pfarrgemeinde St. Martin Nottuln heißen. Viele Geistliche waren über die Jahrhunderte in Schapdetten tätig und haben ihre Geschichte mit geschrieben.

Der erste bekannte Priester in Schapdetten war ein „Lambertus, sacerdos in Thetten“, der 1252 bei der Äbtissin von Nottuln ein Seelenamt bestellte. Die Pfarre Schapdetten wurde erstmals 1313 mit der Einnahme von einem Thaler erwähnt. 1529/30 nahm Henrik oder Hinrich Wul(f)f für den Bau eines Pfarrhauses „Kapitalien“ auf. (Die weiteren bekannten Pfarrer sind der Tabelle unter auf dieser Seite zu entnehmen).

Vom Pfarrer Josephus Abbenhaus (1811-1843) ist der Grabstein an der Ostseite des alten Chores der St.-Bonifatius-Kirche noch teilweise erhalten. Die Pfarrstelle war zwischen 1843 und 1845 nicht besetzt. Von 1845 bis 1875 war Johann Bernhard Schuckenberg Pfarrer in Schapdetten. Am Sockel der Mariensäule auf dem Kirchplatz sind Namen von Familienangehörigen, Theodor und Joseph Schuckenberg, eingemeißelt.

Zwischen 1875 und 1886 war die Schapdettener Pfarrstelle im Kulturkampf nicht besetzt. Als Pfarrverwalter diente Kaplan Wilhelm Spork, der 1916 verstarbt. Im Jahre 1879 wurde das Grundstück für den heutigen Friedhof von den Eheleuten Angela und Hubert Schulze Westhoff (genannt Schulze Detten) gekauft. Kaplan Spork bezahlte für die Pfarrgemeinde die Kaufsumme von 1200 Mark.

Von 1886 bis 1917 war Franz Elpers Pfarrer in Schapdetten. Er starb am 27. Juni 1917 und wurde in Schapdetten beerdigt. Wegen Krankheit von Pfarrer Elpers übernahmen von Januar bis September Kapuziner-Mönche die Seelsorge.

Am 14. November 1917 wurde der bisherige Rektor der Filialkirche in Schmedehausen bei Greven, Josef Roemer , in Schapdetten eingeführt. 1928 wurde Fuhlenbeck (heute Leopoldshöhe) von Nottuln und Teile Tilbecks von Havixbeck nach Schapdetten eingepfarrt. „Durch seine echt priesterliche Tätigkeit und den Erweiterungsbau der Kirche hat er sich ein bleibendes Andenken gesichert“, heißt es in seinem Totenbrief. Die Einweihung der erweiterten Kirche wurde am 22. September 1931 gefeiert. Am 25. Oktober 1932 starb Pfarrer Roemer und wurde in Schapdetten beerdigt.

Als Nachfolger wurde Pfarrrektor Heinrich Wesselinck aus Sinsen am 17. Januar 1933 in sein Amt in Schapdetten eingeführt. Er hatte eine tiefe Abneigung gegen die braunen Heilslehren und bezog mutig Stellung gegen das „Neuheidentum“. Er setzte sich auch für mehr Freizügigkeit gegenüber den Alliierten ein. Aus diesem Grund wurde ihm 1956 das Ehrenbürgerrecht der politischen Gemeinde Schapdetten verliehen. Am 2. Dezember 1956 zog er in das Haus Harrier (heute Bestattungen Rabert) nach Nottuln. Er starb am 28. Mai 1965 und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof St. Mauritz in Münster.

Der Steyler Pater Gaudenz Vickermann, der aus Schapdetten stammte und am 25. Juni 1939 seine Heimatprimiz feierte, soll hier erwähnt werden. Eine Inschrift auf dem Friedhof erinnert noch an den im Jahre 1938 in die Mission entsandten Pater, der am 19. Januar 1942 im Alter von 29 Jahren im Meer zwischen Sumatra und Britisch Indien starb.

Josef Klapper empfing am 2. Februar 1930 in Breslau die Priesterweihe. Er wurde am 17. Dezember 1956 nach seiner Zeit als Kanonikus in Borken als Pfarrverwalter mit dem Titel Pfarrer in Schapdetten eingeführt. Bis 1973 versah er seinen Dienst und zog anschließend nach Nordwalde, wo er am 5. August 1980 starb. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Friedhof in Rulle bei Osnabrück, wo auch seine Eltern begraben sind.

Nach dem Tod seiner Frau empfing Helmut Hengelbrock am 28. Juni 1969 die Priesterweihe. Am 8. April 1973 trat er die Pfarrstelle in Schapdetten als Pfarrverwalter mit dem Titel Pfarrer an. Ihm verdankt die Kirchengemeinde unter anderem den Bau des Kindergartens (1975), des Pfarrheims (1979), die gelungene Gestaltung des Kirchenumfeldes (1982) und verschiedene Renovierungen der Kirche. Bis 1991 war er offiziell Pfarrer, versah jedoch seinen priesterlichen Dienst bis 1996. Er lebte als letzter Pfarrer bis Ende Januar 1997 im Pastorat und zog anschließend nach Münster, wo er am 9. Juni 1999 verstarb. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Zentralfriedhof in Münster.

Für zwei Jahre von 1991 bis 1993 war Pfarrdechant Josef Austermann von St. Martinus Nottuln Pfarrverwalter von St. Bonifatius Schapdetten. Er starb am 31. August 2001 und wurde auf dem Friedhof in Nottuln beigesetzt.

Am 5. September 1993 begann Bernhard Tietmeyer, Pfarrer von St. Martin in Raesfeld, seinen Dienst als Pfarrdechant in der Pfarrgemeinde St. Martinus Nottuln und als Pfarrer in der Pfarrgemeinde St. Bonifatius Schapdetten. Sein Seelsorgeteam bestand aus Pastoralreferentin Annelie Langenbrinck, Kaplan Frank Kargus (1993-95) beziehungsweise Kaplan Karl Rieger (1996-98) und Diakon Wilhelm Brockmann. Im Jahre 1994 wurde die Sandsteinfassade der alten Kirche ausgebessert und erneuert.

Am 9. August 1998 trat Pfarrer Heinz Vethacke, der am 31. Mai 1998 im Dom zu Münster als Witwer die Priesterweihe empfangen hatte, seine erste Stelle als Pfarrverwalter in Schapdetten an. Er zog nicht ins Pastorat an der Fuldastraße ein, sondern nahm eine Wohnung in der Roxeler Straße 2. Das Pastorat wurde 1999 an ein Ehepaar verkauft. Der Turm wurde saniert (2000). Die „Alte Schule“ wurde umgebaut und am 5. Mai 2002 als Pfarrhaus eingeweiht. Am 28. Oktober 2002 wurde die Pfarreiengemeinschaft St. Mariä Himmelfahrt Appelhülsen und St. Bonifatius Schapdetten gegründet. Aus gesundheitlichen Gründen verließ Pfarrer Vethacke die Pfarrgemeinde St. Bonifatius und zog nach Berlin.

Am 5. Mai 2003 ist Pfarrer Johannes Gospos neben seiner Aufgabe als Pfarrer in St. Mariä Himmelfahrt Appelhülsen als Pfarrverwalter in Schapdetten eingesetzt worden. Unterstützung bekommt er seit dem 14. September von Pfarrer Carsten Roeger (Vicarius Cooperator), der zu einem Drittel seiner Tätigkeit die Seelsorge in Schapdetten wahrnimmt. Unterstützt werden sie von Pfarrer i. R. Richard Eling. Alle Pfarrer wohnen in Appelhülsen und genießen ein hohes Ansehen. Pfarrer Gospos wechselt nach der Fusion zur Kirchengemeinde Heilige Brüder Ewaldi in Laer.

Von 1976 bis zu seinem Tode 2007 lebte Geistlicher Rat Karl Klöcker als Pfarrer im Ruhestand in Schapdetten, er engagierte sich besonders für die Menschen auf dem Baumberg. Er starb am 4. März 2007 und wurde auf dem Schapdettener Friedhof beerdigt.

Am 13. September 2009 wird die Pfarrgemeinde St. Bonifatius Schapdetten mit der Pfarrgemeinden St. Martinus Nottuln, St. Mariä Himmelfahrt Appelhülsen und Ss. Fabian und Sebastian Darup zur neuen Pfarrgemeinde St. Martin Nottuln. Neuer Pfarrer von St. Martin wird Norbert Caßens, der gebürtig aus Rheine stammt. Zurzeit ist er Pfarrer in Recklinghausen St. Elisabeth und Pfarrverwalter in Recklinghausen-Speckhorn Heilige Familie.

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