Neugründung der Kirchengemeinde St. Martin
„Dies ist ein tiefer Einschnitt“

Montag, 14.09.2009, 06:09 Uhr

Nottuln - Das große Baugerüst im Altarraum der Pfarrkirche St. Martinus ist nicht zu übersehen. Das Gotteshaus ist eine Baustelle. Und die neue Kirchengemeinde St. Martin ? Weihbischof Dr. Josef Voß konnte sich diesem symbolhaften Bild nicht entziehen. Er verglich die neue Gemeinde St. Martin mit einer Baustelle, die nun mit Leben gefüllt werden müsse. „Gott traut uns zu, dass wir in seinem Geiste in die Zukunft gehen“, machte er allen Gemeindemitgliedern Mut, diesen Weg zu beschreiten.

Nach über einjähriger Vorbereitungszeit war er also gekommen: der Tag der Fusion, Aus den vier bisherigen Kirchengemeinden St. Bonifatius Schapdetten, St. Fabian und Sebastian Darup , St. Mariä Himmelfahrt Appelhülsen und St. Martinus Nottuln ist gestern die neue Katholische Kirchengemeinde St. Martin entstanden. Ein historisches Ereignis, das aber ohne große Emotionen verlief.

Begleitet von den Messdienern und dem Eröffnungslied „Gott ruft sein Volk zusammen“, welches Chöre aus allen Ortsteilen unter der Gesamtleitung von Heiner Block sangen, zog Weihbischof Dr. Josef Voß zusammen mit Kaplan Frank Weilke , Kaplan Christoph Klöpper, Pfarrer Siegfried Schoelpen und Diakon Wilhelm Brockmann in die gut gefüllte, aber nicht überfüllte St.-Martinus-Kirche ein. Vorne weg die Fahnenabordnungen, zumeist von Nottulner Vereinen. Aus den Ortsteilen waren lediglich die KLJB Darup und die kfd Schapdetten vertreten.

Nach der Begrüßung verlas Weihbischof Voß die noch von Bischof Dr. Reinhard Lettmann unterzeichnete Urkunde zur Neugründung der Kirchengemeinde St. Martin aus den bisherigen vier Gemeinden. „Mit dem Verlesen der Urkunde ist die neue Gemeinde gegründet“, betonte Voß.

Verlesen wurden aber auch die Urkunden, mit denen Bischof Felix Genn die Seelsorger für die neue Kirchengemeinde einsetzte. Als Pfarrverwalter und damit als hauptverantwortlicher Seelsorger bis zur Einführung des neuen Pfarrers amtiert Kaplan Frank Weilke, dessen Ernennung mit Beifall bedacht wurde. Unterstützt wird er von Pfarrer Schoelpen, Kaplan Klöpper und den Pastoralreferentinnen Mechthild Rensing und Annelie Langenbrinck.

Geschlossen wurden gestern die Taufbücher der vier bisherigen Kirchengemeinden. Die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden und die stellvertretenden Kirchenvorstandsvorsitzenden legten die bisherigen Taufbücher am Seitenalter nieder. Aus Appelhülsen waren gekommen Magdalene Hartmaring und Ulrich Cramer, aus Nottuln Dr. Guido Schmitz und Hermann Paus, aus Darup Heinz Gerding und Max-Josef Schulze Darup, aus Schapdetten Karin Glöckner und Petra Klesy. Mit seiner Unterschrift „öffnete“ Weihbischof Voß das neue Taufbuch der Gemeinde St. Martin.

„Dies ist ein tiefer Einschnitt, und das sollten wir auch nicht schönreden“, erklärte der Weihbischof in seiner Predigt verständnisvoll. Mit der Abgabe der bisherigen Taufbücher sei ein Kapitel der Geschichte, „Ihrer Geschichte“ geschlossen, wandte sich Voß an die Anwesenden. Ausdrücklich danke er allen, die als „lebendige Steine“ in den bisherigen vier Gemeinden mitgewirkt hätten.

Mit dem neuen Taufbuch der Gemeinde St. Martin werde ein neues Kapitel der Geschichte eröffnet, meinte Voß und rief dazu auf, das wirklich Entscheidende dabei nicht aus den Augen zu verlieren: „hellhörig zu bleiben für Gottes Wort und in seinem Geiste in die Zukunft zu gehen“.

Der Weihbischof wünschte der neuen Kirchengemeinde nicht nur eine gute Zukunft und Gottes Segen, sondern warb auch um Geduld. „Es braucht seine Zeit.“ Aber, so betonte Voß: „Gott traut uns zu, diese Zeit zu bewältigen.“ In seiner Predigt verwies Voß auf das Vorbild der Urgemeinde: Sie habe festgehalten an der Lehre Jesu, festgehalten an der Gemeinschaft.

Diese Gemeinschaft zu festigen, diente auch der Empfang nach dem Fusionsgottesdienst. Viele Gottesdienstbesucher kamen ins Pfarrheim, um mit anderen über den Neuanfang zu sprechen.

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