Nottuln
Senioren bevorzugen die gewohnte Umgebung

Freitag, 11.09.2009, 06:09 Uhr

Nottuln / Schapdetten - Möchten ältere Menschen in Nottuln und Schapdetten in ihren eigenen vier Wänden altern oder lieber in die Stadt ziehen? Um diese Frage beantworten zu können, führten elf Studenten der Technischen Universität Dortmund im Frühjahr 2009 eine qualitative Umfrage in diesen beiden Ortsteilen durch (wir berichteten seinerzeit). Nun hat die Projektgruppe des Studienfaches Raumplanung ihre Ergebnisse ausgewertet.

Insgesamt befragten die Studenten 24 Haushalte in ihren Untersuchungsgebieten „Nottuln-Süd“, „Nottuln-Nord“ und „Schapdetten“. Außerdem gehörten auch Experteninterviews und eine Ortserkundung zu ihrem Projekt.

„Aus der von der Projektgruppe durchgeführten Bewohnerbefragung lässt sich zusammenfassend ableiten, dass der überwiegende Wunsch der Bewohner darin besteht, in der gewohnten und vertrauten Umgebung wohnen zu bleiben und dort alt zu werden“, heißt es im Ergebnisbericht der Studentengruppe. Gründe hierfür seien unter anderem eine lange Wohndauer in der Gemeinde „sowie die daraus resultierende soziale als auch emotionale Bindung“.

Desweiteren seien die meisten der befragten Nottulner mit den Freizeitangeboten und der Lebensmittel- und ärztlichen Nahversorgung zufrieden. „Im Gegensatz zu den Interviews, die im Ortsteil Nottuln geführt wurden, wird in Schapdetten sehr häufig der Wunsch nach besserer Nahversorgung, insbesondere nach mehr Lebensmittelgeschäften geäußert“, schildert die Projektgruppe in ihrem Bericht.

Besonders interessant an der Untersuchung der Studenten ist, dass sie aufgrund ihrer Ergebnisse auch Handlungsempfehlungen „zur Verbesserung der Lebensqualität von Senioren in Nottuln und Schapdetten“ erarbeitet haben. So empfiehlt die Gruppe der Gemeinde zum Beispiel verschiedene Beratungs- und Informationsmöglichkeiten für Senioren einzurichten. Dazu gehöre einerseits die Einführung eines Seniorenrats, der sich für die Interessen der älteren Menschen einsetzen könne: „Das Vorhandensein eines Seniorenrats bedeutet für ältere Menschen einen Gewinn an demokratischer Partizipation.“

Ein zweiter Vorschlag ist ein mehrmals im Jahr stattfindender Informationstag, bei dem Senioren über Themen wie barrierefreies Wohnen oder altersgerechter Umbau aufgeklärt werden könnten.

Doch vor allem sieht die Projektgruppe Handlungsbedarf in Schapdetten. So seien erhöhte Bürgersteige an den Bushaltestellen für einen erleichterten Ein- und Ausstieg wichtig. Um die Nahversorgung zu verbessern, wird die Einrichtung eines Lieferservices für Lebensmittel sowie das Angebot von Einkaufsfahrten vorgeschlagen. Letzteres könnte nach Ansicht der Studenten einmal wöchentlich angeboten werden. „Hierzu könnten freie Kapazitäten des Bürgerbusses genutzt werden“, schlagen die Studenten vor.

Auch zu Themen wie Mobilität, Freizeit und Soziales fand die Gruppe anregende Ideen. Vorgeschlagen wird zum Beispiel für Schapdetten, dort mehr generationenübergreifende Kulturprojekte anzubieten.

Im Gesamtfazit heißt es schließlich, der Bericht solle „einen Zukunftsweiser darstellen, der Hilfestellung gibt, um auf die Wohnbedürfnisse der alternden Bewohner einzugehen und das Wohnumfeld entsprechend gestalten zu können. Denn vor allem in Hinblick auf die in Zukunft immer älter werdende Bevölkerung sind solche Maßnahmen von großer Bedeutung.“

» Der Abschlussbericht der Studentengruppe steht als Download im Internet-Angebot unserer Zeitung bereit (www.westfaelische-nachrichten.de).

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