Nottuln
Ergreifendes Krippenspiel

Montag, 28.12.2009, 09:12 Uhr

Appelhülsen - Wenn auch ein eisiger Wind an Heiligabend um St. Mariä Himmelfahrt strich, den dicht gedrängt stehenden Menschen auf dem Marienplatz war das egal. Denn was sich da vor ihren Augen abspielte, war so ergreifend, dass es allein schon die Herzen wärmte: ein Krippenspiel mit Kindern als Hauptdarsteller unter freiem Himmel und mit echten Tieren. Wie schon in der Vergangenheit, hatten Claudia Große Wiesmann, Gudrun Gellenbeck und Franzis Vogts vom Appelhülsener Familienmesskreis etliche Wochen und Stunden damit verbracht, mit ihren kleinen Schützlingen das Krippenspiel einzustudieren. Dazu hatten sie herrliche Kostüme geschneidert und gebastelt, während die Väter eine Hütte bauten. Auch für ein Lagerfeuer der Hirten, für Uniformen für die römischen Legionäre, und - der Clou - für lebende Tiere war bei der Aufführung des Krippenspiels an Heiligabend gesorgt.

War das eine Aufregung. Die beiden Zicklein aus dem Gellenbeck-Stall machten das Spiel ja noch gerne mit. Unbeeindruckt knabberten sie an den Strohballen ihrer Hirten und freuten sich, nahe der wärmenden Flammen zu sein. Schwieriger war es da schon mit Florian, einem kleinen Esel aus Senden. Zwar ließ er sich geduldig die Heilige Maria auf den Rücken heben, im Stall aber musste ihn Josef mit Macht daran hindern, das Heu aus der Krippe wegzufressen. Da konnte selbst Kaplan Axel Pieper, Vorleser im kirchlichen Ornat, sein Schmunzeln nicht mehr verbergen.

Die Kinder aber, mit großem Ernst ihre Rollen spielend, nahmen das nur am Rande wahr. Der Anführer der römischen Soldaten (Lukas Wichmann) forderte die Menschen barsch auf, sich zur Volkszählung in die Geburtsstädte zu begeben. Josef (Sean Cooper) führte Maria (Anna Fleige) auf „Florian“ geduldig mehrmals durch das nächtliche Bethlehem, bevor er, einem mitleidigen Hinweis folgend, den leeren Stall aufsuchte. Die Hirten folgten dem Verkündungsengel (Nele Große Wiesmann) brav zur Krippe, um dort zu beten. Und das alles geschah so liebenswert, dass sich wohl manch Erwachsener unter den vielen Umstehenden gewünscht haben wird: „O selig, oh selig, ein Kind noch zu sein.“

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