Nottuln
„Ein wunderschöner Abend“

Sonntag, 21.03.2010, 19:03 Uhr

Appelhülsen - Wer da war, wer das Jubiläumskonzert des Chorus Cantemus gehört und genossen hat, wird sich Gedanken machen müssen, dies ohne Tonträger weitergeben zu können. Tatsächlich bedarf es eine Menge sinnlicher Fantasie, sich diesen Genuss selten gehörter Kompositionen vorstellen zu wollen. Das Vergnügen an dieser Rundreise durch fünf Jahrhunderte Musik drückte der Chor am Altar von St. Mariä Himmelfahrt mit Händels „Halleluja“ selbst aus. Oder wie Pfarrdechant Norbert Caßens dem Ensemble aus Chor, Solisten und Kammerorchester begeistert zurief: „Danke Ihnen allen. Danke für einen wunderschönen Abend!“

Es war wirklich ein wunderschöner Abend. Für alle. Für diejenigen, die den steilen Entwicklungsprozess des Chorus Cantemus unter der Regie von Thomas Drees in 20 Jahren vom einstigen Jugendchor zum heutigen Meisterchor stufenweise miterlebt haben, genauso wie für musisch Interessierte, die es wohl wissen wollten, wie ein „kleiner Chor vom Dorf“ die „Klagegesänge des Jeremias“ ebenso umzusetzen vermag wie die Gesänge aus Wolfgang Amadeus „Spatzenmesse“.

Dem Meisterchor gelang dies virtuos, wobei den etwa 40 Sängerinnen und Sängern vom Sopran bis Bass in jeder Stimmlage ein wirklich fehlerfreier Solist zur Verfügung stand: Christine Ebner (die kurzfristig für die erkrankte Sopranistin Maike Delcour eingesprungen war), Britta Strege (Alt), Kai Schuldt (Tenor) und Peter Amadeus Schneider (Bass).

In konzertanter Begleitung glänzte neben den Musikern und Musikerinnen des Kammerorchesters Münster die Appelhülsenerin Heike Wichmann mit ihrer Klarinette.

Die abwechslungsreiche Programmfolge bot neben der bereits erwähnten Mozartschen „Spatzenmesse“ - in der Literatur „Missa Brevis in C“ genannt - große Werke der Renaissance, Romantik, Klassik, Spätromantik und zeitgenössischer Komponisten. Werke von Mozart, Bruckner, Baermann, Brahms, John Rutter und Josef Rheinberger gehörten zum Programm. Dazu Auszüge aus Felix Mendelsohn-Bartholdys „Paulus-Oratorium“, das der Chorus Cantemus gemeinsam mit der Kantorei St. Josef Dülmen im Coesfelder Konzerttheater aufzuführen gedenkt.

Verständlich, die Passionszeit gebot Schwermut. Dem kam der Chor in selten gehörter Klangfeinheit und Disziplin nach. Noch verständlicher war, dass die beeindruckten Zuhörer im weiten Kirchenschiff bei der Zugabe, dem schon österlichen „Halleluja“, aufstanden, mitsangen und den Chorus Cantemus mitsamt seinem Dirigenten mit nicht enden wollendem und enthusiastischem Beifall überschütteten.

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