Nottuln
Markenzeichen des münsterländischen Karnevals

Samstag, 20.03.2010, 10:03 Uhr

Schapdetten - Unglaublich! Diese strahlend, wachen Augen, das breite Schmunzeln, die vollen widerspenstigen Haare - und dieser Mann wird am Sonntag (21. März) 80 Jahre alt! Sicher erkennen ihn noch viele. Schließlich galt und gilt sein Name über Jahrzehnte als Top-Markenzeichen des münsterländischen Karnevals : Rudi Grevsmühl!

Erinnern Sie sich noch? Wenn er auf die Bühne trat, wenn der erste tosende Beifall verrauscht war und er mit seiner typisch gemächlichen Art begann: „Mein Vater war ein sehr fürsorglicher Mann. Er hat mich sogar jeden Morgen in die Schule begleitet. - Was ja auch ganz praktisch war. Schließlich gingen wir beide in die gleiche Klasse . . .“

Rudi Grevsmühl hat es längst geschafft. In der „Bütt of Fame“, „dem Walhalla des Humors“, glänzt sein Name zwischen den ganz Großen des Rheinischen Karnevals. Doch während die meisten von oben schon durch die Wolken lächeln, steht Rudi Grevsmühl noch immer vor den Mikrofonen der größten Bühnen Deutschlands und „macht“ den Moderator. Den Clown - aber nie den „Dummen August“ - spielt er seit Silvester 1950 (bei der KG Freudenthal im Lindenhof). Seine Auftritte als Arzt, Straßenfeger oder Maurerpolier sind legendär.

Der geborene Münsteraner (*21.3.1930 im Mechthilden­stift), gelernte Banker und wegen seiner Spottverse über das eigene Bankhaus an der Hammer Straße „zur Volksbank nach Nottuln “ vertrieben, ist sich sein Leben lang treu geblieben: im bunten Anzug, der übergroßen Krawatte und der schwarzen Ledermütze kennt man ihn auf Kreuzfahrt-Luxuslinern wie in den Deutsch-Amerikanischen Klubs von Chicago und Detroit. Und war begeistert.

Überall wurde er gefeiert. Nur im rheinischen Brühl jagte man ihn einstmals mit Biergläsern von der Bühne: „Wat well dä Kääl dann he, ne Münsterländer . . .“

„Aber die waren wohl schon zu sehr angetrunken“, entschuldigt Rudi Grevsmühl in der Erinnerung.

Heute lebt er mit seiner charmanten, „besseren Hälfte“ Wiltrud im schmucken Bungalow in Schapdetten. Mit all den Auszeichnungen und Orden, die in Kellerräumen und Truhen lagern, könnte er spielend einen Zaun um sein gepflegtes Gartengrundstück bauen. Doch noch will er weitermachen. „Angebote habe ich genug. Aber die Fahrerei, speziell in den Wintermonaten bei Schnee und eisglatten Straßen, machen mir zu schaffen.“

Und resümiert ein wenig traurig: „Der Humor ist geblieben, aber der Karneval hat sich geändert. Gute Redner werden kaum mehr gefördert. Heute firmiert alles unter Revue. Und da sollen Jüngere ran. Wenn es sie mal gibt.“

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