Nottuln
„Mein persönlichstes Buch“

Freitag, 15.10.2010, 09:10 Uhr

Nottuln - Abends wollte er noch als Bauer beim Lambertussingen sein Heu für eine „ Kiärmeskron “ verkaufen. Morgens lag er dann tot im Vorgarten seiner Vermieterin - auch in den jüngsten Ermittlungen von Landkommissar Klaus Kattenstroht geht es wieder um einen verzwickten Mordfall. Am Mittwochabend warteten gut 60 Kattenstroht-Fans in der Stiftsbuchhandlung Maschmann auf Hans-Peter Boer , um vom Autor näheres über „Kirmeskronen“, so der Titel des druckfrischen fünften Buches aus der Krimi-Reihe des Nottulners, zu erfahren.

Auch Manfred Schneider , Buchhändler, Kirchenmusiker und der regionalen Geschichte und Kultur verbundener Freund Boers aus Münster , dem der Nottulner das Buch gewidmet hat, war unter den Besuchern der Lesung. Verschiedene Ideen und Charakteristika, die sich in der Kattenstroht-Reihe fänden, seien auf gemeinsamen Touren durch das Münsterland entstanden, verriet Boer.

Dass sich wieder viel Lokalkolorit und kulturhistorische Einsprengsel auch im fünften Band der Reihe befinden, davon konnten sich die Zuhörer in den Passagen, die ihnen Boer vorlas, überzeugen. Sie erfuhren, dass das Mordopfer Jurist und erfolgreicher Steuerfahnder bei der Finanzbehörde in Münster war. Aber ob der Täter auf dem Lande um Münster zu finden war, wo der Jurist mehrere Fälle der Steuerhinterziehung lokal bekannter Viehhändler bearbeitet hatte, oder in dessen für Katten­stroht doch recht widersprüchlichen Vergangenheit, verriet der Autor an diesem Abend nicht.

„Es ist eigentlich mein persönlichstes Buch und auch mein politischtes“, sagte Boer. Das Mordopfer sei in seiner Vergangenheit bei der 68er-Bewegung engagiert gewesen. Selber habe er 1969 Abitur in Münster am Paulinum gemacht, erzählte er.

Und nicht nur Kattenstrohts Assistentin Kathrin Eilers erfuhr Wissenswertes über das Taufbecken in der Kirche St. Martin nahe dem Eliteinternat Ludgerusburg, zu dessen Schülern auch das Opfer gehört hatte. Boer machte beim Lesen des entsprechenden Kapitels darauf aufmerksam, dass auch zwei der Motive auf dem Taufstein vorne auf dem Buch zu sehen sind.

„Ich vermute, es ist ihnen klar, dass dieser Taufstein eine gewisse Bedeutung hat“, schmunzelte Boer. Welche Bedeutung der Stein genau hat, das wollten offensichtlich etliche der Anwesenden schnell genauer wissen. Sie nutzten die Möglichkeit, nach der Lesung „Kirmeskronen“ zu erwerben und sich ihr Exemplar dazu noch von Hans-Peter Boer signieren zu lassen.

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