Nottuln
Musikalischer Funke sprang über

Montag, 16.05.2011, 23:05 Uhr

Nottuln - So ganz privat schwärmen Felix und Henrick eigentlich für „Grenade“ von Bruno Mars. Dass hier beim Benefizkonzert in der St.-Martinus-Kirche bei klassischer Kammer- und Chormusik auch für die beiden Zehnjährigen der Funke überspringt, hätten die - durchaus musikinteressierten - Nottulner Jungs so gar nicht erwartet. Aber als Alt-, Tenor- und Bassblockflöte vor dem Altar zu den Noten von Willem Wander van Nieuwkerk so vergnüglich miteinander flirten, gehen die ersten fröhlichen Lacher durch die voll besetzten Kirchenbänke. Für Hildegard Hagemann , Christine Frickenstein, Clemens Krause und Anja Wohlers ist ihr Ensemble-Name „Les Joyeux“ Programm.

Die Nottulnerin Hagemann hat ihre Musikleidenschaft zum Beruf gemacht und als Profi macht es ihr auch „fast nichts aus“, während des gut 70-minütigen Konzertes zwischen Cembalo und verschiedenen Flöten zu wechseln und dann auch noch die Klavieruntermalung für den „Chorus Cantemus“ aus Appelhülsen zu übernehmen. Die musikalische Allrounderin Hagemann und Chorleiter Thomas Drees waren Studienkollegen. Drees war schnell von der Idee begeistert, einen Beitrag zur Rettung von St. Martinus leisten und damit auch die Verbundenheit des Chores zur Großpfarre zeigen zu können.

Die Cantate Domino von Dietrich Buxtehude, „I heard a great voice“ von Colin Mawby und „O Savior of the world“ von Arthur Somervell schaffen am frühen Sonntagabend eine erhabene Atmosphäre. Der in Schwarz-Rot gekleidete Meisterchor brilliert mit „The Lord ist my Shepherd“ von John Rutter.

Ganz außerhalb seiner Rolle als Kaplan spielt Axel Pieper die Oboe. Er war außerdem noch die Rettung des erkrankten Bürgermeisters: Pieper übernimmt das Gesangsolo von Peter Amadeus Schneider, der „als Zuhörer in die Kirchenbank verbannt, um das Überleben seiner Stimme kämpft“, meint Norbert Caßens.

Der Pfarrdechant freut sich über so viel musikalischen Schwung während des Konzertes und ist sich sicher: „Das Tal der Spendentränen ist überwunden.“ Nach donnerndem Applaus verlassen die Musikbegeisterten beschwingt die Kirche. Da sitzt so manche Spendenhand locker - sogar zwei 50-Euro-Scheine wandern in die Körbe. Vielleicht machen Felix und Henrick auch ein paar Euro von ihrem Taschengeld locker - auf jedem Fall werden sie aber beim geplanten Sponsorenlauf der Schulen zur Rettung der Kirche sportlich alles geben.

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