Chorgemeinschaft und Kammerchor
Chorgemeinschaft St. Bonifatius und Kammerchor Havixbeck

Schapdetten -

„Himmel, freue dich . . .“ stand auf unscheinbaren, schlichten Schwarz-Weiß-Drucken; grafisch aufgewertet mit dem Bild eines nächtlichen Spiralnebels. So bescheiden kündigte sich das Programm eines Weihnachtskonzerts an, das am Sonntagabend in St. Bonifatius Schapdetten stattfand. Dass sich daraus eine Perle an Musikalität und Sinnesfreude entwickeln würde, hätte wohl niemand erwartet. Oder doch?

Montag, 09.01.2012, 20:01 Uhr

Chorgemeinschaft und Kammerchor : Chorgemeinschaft St. Bonifatius und Kammerchor Havixbeck
Weihnachtskonzert in Schapdetten: Gemeinsam verzauberten die Chorgemeinschaft St. Bonifatius und der Kammerchor Havixbeck die Zuhörer in der St.-Bonifatius-Kirche. Foto: Dieter Klein

Selten zuvor war das kleine Gotteshaus am Rand der Baumberge so mit erwartungsvollen Kirchenmusikfreunden, von denen viele aus Münster angereist waren, gefüllt, wie an diesem Abend. Vielleicht barg die glückliche Symbiose, in der Chorleiterin Irmhild Weiper die Stimmen der Chorgemeinschaft St. Bonifatius Schapdetten mit denen des Havixbecker Kammerchores von Martin Heinrichs verschmolzen hatte, den Grund.

Wie schon mit dem Eingangswerk „Magnificat“ des estnischen Komponisten Arvo Pärt deutlich wurde, funkelte dieser Stimmverband zweier befreundeter Chöre wie ein Brillant mit feinstem Facettenschliff. Auch Pfarrdechant Norbert Caßens, in Kirchenmusik erfahren genug, schüttelte verzückt seinen Kopf und murmelte: „So etwas habe ich noch nie gehört.“

Denn selten ästhetischer als in der Musik von Arvo Pärt spiegelt sich die Verschmelzung östlich orthodoxer Spiritualität mit westlichen, weich und romantisch klingenden gregorianischen Elementen. Irmhild Weiper hatte in kluger Planung den Hauptchor vor dem Altar von St. Bonifatius, die „Nebenstimmen“ für den erwünschten Dreiklang seitlich neben den Kirchenbesuchern aufgestellt, und damit einen Effekt erzielt, der allein schon begeisterte.

Und es gab noch eine Steigerung. Mit dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens, besser bekannt als „Oratorio de Noel“, sorgte der sehr homogene Doppelchor dank glänzender Solisten für weitere Glücksgefühle bei den atemlos lauschenden Gästen.

Stark und doch dezent genug begleiteten die Streicher die Sänger: Christine Rudolf (1. Violine), Sophia Rentsch (2. Violine), Joel Orellana (Viola), Verena Bremer (Cello) und Peter Langisch (Kontrabass). An der Orgel: Johannes Limbach.

Bei den sakralen Chorgesängen mit dem Thema der Weihnachtsgeschichte kümmert sich der Komponist weniger um den exakten liturgischen Ablauf, sondern mehr um Frische und Rhythmus, besonders der Solostimmen. Diesen Part meisterten bravourös Katrin Reimann (Sopran), Gabriele von Groote (Mezzosopran), Renate Schwarz (Alt), Andreas Arlt (Tenor) und Michael Schäfers (Bariton).

Das sinnliche Musikvergnügen ließ auch später nie nach. Ob bei Nystedts alten Kirchenliedern für Chor und Gläubige oder bei Felix Mendelssohn-Bartholdys „Denn er hat seinen Engeln“ aus dem Oratorium Elias. Hierbei kam die Klangstärke des Doppelchores besonders gut zur Geltung.

Und dann war nach dem Harfensolo „Fantaisie pour Harpe op. 95“ von Camille Saint Saens – in meisterlicher Vollendung dargebracht von Brigitte Langnickel-Köhler – und weiteren Weihnachtsliedern endlich erlösender Beifall erlaubt. Und den gab es reichlich.

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