Chorus Cantemus Appelhülsen
Chorus Cantemus führte souverän durch mehrere Jahrhunderte der Musikgeschichte

Appelhülsen -

Im Lichte vieler Kerzen erstrahlte am Sonntagabend die Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Appelhülsen. In dieser stimmungsvollen Atmosphäre wirkten die in Musik gesetzten Glaubensbekenntnisse noch intensiver, mit denen der Chorus Cantemus unter der versierten Leitung von Thomas Drees beim Chorkonzert zum Neuen Jahr die sehr vielen Liebhaber feiner Musizierkunst verwöhnte.

Montag, 16.01.2012, 10:01 Uhr

Chorus Cantemus Appelhülsen : Chorus Cantemus führte souverän durch mehrere Jahrhunderte der Musikgeschichte
Der Chorus Cantemus unter der Leitung von Kantor Thomas Drees bewies einmal mehr sein hohes musikalisches Niveau. Foto: Axel Engels

Thomas Drees und der Chorus Cantemus nahmen das sichtbar bewegte Publikum mit auf eine Reise quer durch mehrere Jahrhunderte Musikgeschichte . Der Chorus Cantemus konnte bei den meist sehr anspruchsvollen Chorsätzen seine ganzen Qualitäten als Meisterchor zeigen, war einfach bestens bis ins kleinste Detail vorbereitet. Schon beim einleitenden „Lasset uns frohlocken“ aus den geistigen Gesängen von Felix Mendelssohn Bartholdy war das Publikum fasziniert vom hohen Niveau der Interpretation.

Der Chor schien sich in allen Sparten zu Hause zu fühlen, ob es sich nun um romantische, barocke oder moderne Chorsätze handelte. Mit feiner Stimmgruppentrennung und exzellenter Intonation erklangen Motetten wie „Cantate Domino“ von Hans Leo Haßler, deren Inspiration und Zauber das ganze Konzert nicht nur thematisch prägten.

Als Solisten erlebte man die stimmlich sehr gut aufgelegten Sopranistinnen Maike Delcour und Carolin Olbrich sowie den Bariton Peter Amadeus Schneider. Ihre wohl timbrierten Stimmen harmonierten wunderbar mit dem sehr farbenreichen Chorklang, bewegten in ihrer Intensität und Ausdrucksstärke die Herzen der Menschen.

Beim „In Nativitatem domini canticum“ für Soli, Chor und Instrumente von Marc-Antoine Charpentier verspürte man den Glanz und die Kunstfertigkeit französischer Musik aus der Zeit Ludwig XIV. mit ihrer Verbindung von italienischen und französischen Stilelementen. Die Solisten zeigten sich im stimmigen Dialog mit dem Chor von ihrer besten Seite, gaben diesem Werk eine große Strahlkraft.

Aber auch aus späteren Epochen waren sakrale Werke ausgewählt worden: Andrew Lloyd Webber hat mit dem „Pie Jesu“ aus seinem 1985 uraufgeführten Requiem ein ganz ergreifendes Werk komponiert. Von den klaren und präzisen Sopranstimmen, eingebettet in den präzise unterlegten Chorklang, war man einfach hingerissen.

Unterstützt wurden die Sängerinnen und Sänger instrumental von Hildegard Hagemann (Klavier, Cembalo, Flöte) und Corinna Ziebolz (Oboe), die mit ihrem Spiel das Konzert bereicherten. Zusammen mit Thomas Drees ließen sie zwei Sätze aus der „Triosonate für Blockflöte, Oboe und Cembalo“ von Georg Philipp Telemann erklingen, die als Lehrstunde feiner Musizierkunst ihre Wirkung nicht verfehlten. Sensibel und mit Feingefühl für barocke Spieltechniken gestaltet, konnten sich die Melodien entfalten, feinsinnig von den Begleitfiguren durch Thomas Drees unterlegt.

Mit drei einfach exquisit interpretierten Werken des derzeit wohl bekanntesten englischen Komponisten, John Rutter, schloss ein Konzert, das sich auf ganz hohem Niveau bewegte und in dieser Form hoffentlich auch das nächste Jahr mit sakraler Musik eröffnet.

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