Intelligente Haus-Steuerung
„Ich vermisse keinen einzigen Schalter“

Nottuln -

Steht im Winter ein Fenster offen, fährt das Haus die Heizung herunter. Ist Nachtruhe angesagt, werden alle unnötigen Stromverbraucher automatisch abgeschaltet. Das Wohnhaus von Mark Wortmann kann vieles selbstständig regeln.

Donnerstag, 19.07.2012, 12:07 Uhr

Intelligente Haus-Steuerung : „Ich vermisse keinen einzigen Schalter“
Auch in der Küche ist ein Monitor installiert, der Mark Wortmann über die wichtigsten Hausdaten informiert. Foto: Ludger Warnke

Das Handy hat sich zum Smartphone entwickelt, der Fernseher heißt neuerdings Smart-TV. Da ist der Schritt zum Smart-Haus nicht mehr weit. Der Nottulner Mark Wortmann hat diesen Schritt bereits vollzogen. Sein Wohnhaus in der Bauerschaft Horst kann mehr als ein normales Haus. Viel mehr.

Lichtschalter zum Beispiel sucht man bei Mark Wortmann vergebens. Die braucht er auch nicht, denn sein Haus „denkt“ mit und schaltet selbstständig das Licht ein, wenn es draußen dunkel wird. Natürlich nur in den Räumen, die auch gerade genutzt werden.

Steht im Winter ein Fenster offen, fährt das Haus die Heizung herunter. Ist Nachtruhe angesagt, werden alle unnötigen Stromverbraucher automatisch abgeschaltet. Rollläden, Fernseher, Stereoanlage und Videoüberwachung sind ebenfalls an die Haus-Steuerung angeschlossen. Deshalb wird Mark Wortmann zum Beispiel morgens im Bad gleich mit Gute-Laune-Musik auf den Tag eingestimmt, oder er kann über einen Monitor, den es in jedem Raum gibt, sehen, wer an der Haustür klingelt.

„Die Möglichkeiten sind unbegrenzt“, sagt der Nottulner und betont: „Man darf das aber nicht als Spielerei abtun. Es geht um Energiekosteneinsparung und um eine Steigerung des Wohnkomforts.“

Für den gelernten Elektro-Techniker und selbstständigen Experten für Netzwerktechnik, Programmierung und Haus-Automation waren das zwei wesentliche Gründe, warum er sein Privathaus derart ausgerüstet hat. Unzählige Sensoren sorgen für alle relevanten Daten, die über zig Meter Netzwerkkabel zu einem Mini-Server geleitet werden. Dort werden die Daten verarbeitet, werden gemäß der Programmierung die notwendigen Aktionen veranlasst: Rollläden fahren morgens selbstständig hoch, Licht schaltet sich automatisch aus, wenn Personen den Raum verlassen, ja das Haus sendet sogar eine E-Mail an das Smartphone von Mark Wortmann, wenn während seiner Abwesenheit ein Sensor ein geöffnetes Fenster meldet. Über einen Tablet-PC, Smartphone oder Notebook kann Mark Wortmann jederzeit die Daten seinen Hauses abrufen, Funktionen steuern und ändern. Und über das Internet funktioniert das sogar von außerhalb, zum Beispiel aus dem Urlaub heraus.

Nach eineinhalb Jahren Selbstversuch ist der Nottulner überzeugt: „Die Haus-Automation funktioniert. Ich vermisse keinen einzigen Schalter.“

Diese Technik, da ist sich Mark Wortmann sicher, wird eine große Zukunft haben. Zum einen, weil die technische Weiterentwicklung dafür gesorgt hat, dass die Kosten heute längst nicht mehr so hoch sind (für ein normales Wohnhaus kalkuliert Wortmann eine mittlere vierstellige Summe), zum anderen, weil eine offene Software unzählige Möglichkeiten bietet. Mark Wortmann: „Man kann mit wenig Aufwand viel erreichen.“

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