Lichteraktion zum Hiroshima-Tag
Gedenken und Hoffnung

Nottuln -

Beeindruckende Zeremonie am Brunnen im historischen Ortskern: Nottulner gedachten der Opfer der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki.

Dienstag, 07.08.2012, 21:08 Uhr

Lichteraktion zum Hiroshima-Tag : Gedenken und Hoffnung
Beeindruckende Momente: die Menschen aus Nottuln und Umgebung im Licht der Kerzen, die zum Gedenken an die Opfer der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki entzündet wurden Foto: Dieter Klein

„Es ist“, wie Kaplan Christoph Klöpper formulierte, „gut für die Gemeinschaft: diese Begegnung auf Augenhöhe“. Am Montagabend versammelten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger am Brunnen im historischen Ortskern, um der Opfer von Hiroshima und Nagasaki zu gedenken. Die von der Friedensinitiative Nottuln initiierte Aktion erinnert alljährlich an die grausamsten Tage des Zweiten Weltkriegs, an denen amerikanische Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki abgeworfen worden waren.

Ingeborg Bispinck-Weigand von der FI begrüßte die Menschen, die in der zunehmenden Dunkelheit brennende Kerzen aufs Wasser stellten, der ernsten Musik von Maria Stanko, dem Glockenläuten vom Turm der Pfarrkirche St. Martinus und den mahnenden Worten von Bürgermeister Peter Amadeus Schneider lauschten. Schneider, der sich seit Jahren in dem Solidaritätsbündnis „Mayors for Peace“ für die Abschaffung der Atomwaffen engagiert, hatte gemeinsam mit der Friedensinitiative zu der Lichteraktion eingeladen.

„Wir gedenken der Opfer der Atombombenabwürfe heute vor 67 Jahren. Und was war danach? Wie lange hat man uns belogen, die Bombe als ‚saubere‘ Waffe bezeichnet? Wie lange hat man verleugnet, dass auch in Deutschland Atombomben gelagert wurden? Waffen, die – wie die Atomenergie – nicht beherrschbar sind.“ Und Schneider schlug den Bogen zur Gegenwart: „Heute haben wir Angst vor neuen Atommächten, Angst vor der Entdemokratisierung, Angst vor dem bedrohlichen Klimawandel. Wir dürfen nicht wegsehen, nicht übersehen, dass vieles irgendwann schlimmere Auswirkungen haben könnte als Hiroshima.“

Giovanna Weigand zitierte aus dem Gedicht von Erich Fried „Gespräch mit einem Überlebenden“: „Sind andere gestorben, weil Du nicht sterben wolltest? Ich glaube ja.“

Kaplan Christoph Klöpper berichtete: „Ich komme gerade mit einer Jugendgruppe aus Taizé. Wir haben uns mit Jugendlichen aus vielen Ländern getroffen und ausgetauscht. Wie schön könnte die Welt sein im Geiste von Taizé.“

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