Dr. Peter Kreysing hilft den Menschen in Kenia
„Nächste Woche komme ich“

Nottuln -

Dr. Peter Kreysing kennt das Leid der Menschen in Kenia. Und deshalb zögerte er auch nicht, als er jetzt einen Hilferuf aus der Hauptstadt Nairobi erhielt. Der Nottulner Kinderarzt fliegt wieder für sechs Wochen dorthin.

Mittwoch, 05.09.2012, 21:09 Uhr

Die E-Mail aus der afrikanischen Millionenstadt Nairobi begann unmissverständlich: „My dear Dr. Peter , please, can you help me . . .“ Und in Nottuln tippte „Dr. Peter“, der Kinderarzt Dr. Peter Kreysing, die Antwort in seinen Laptop: „My dear Mrs.  . . , yes, I can. I shall come to Africa next week.“ („Nächste Woche komme ich nach Afrika“.)

Eine Sternstunde im Leben des Nottulner Arztes. Bewegt schildert er die erste Begegnung mit dieser jungen Afrikanerin aus den „Mathare Valley Slums“, den ältesten Elendsvierteln Nairobis. Die Frau war 30 Jahre alt, Lehrerin, HIV-positiv. „Sie gehörte zu meinen ersten Patienten auf dem Schwarzen Kontinent. Dank einer sofort eingeleiteten Anti-Aids-Therapie hat sie überlebt, ist verheiratet, hat zwei gesunde Kinder und verbreitet Hoffnung, wo sie auftritt.“

Hoffnung, der all die Ärzte Stärkung geben, die im Rahmen des Projekts der Hilfsorganisation „ Ärzte für die Dritte Welt “ in den Elendsvierteln von Bangladesch, den Philippinen, Indien, Kalkutta, Venezuela oder eben in Kenia für sechs Wochen freiwillig Dienst tun.

Nach Nairobi fliegt Dr. Kreysing am Samstag nun schon zum dritten Mal. Dorthin, wo zwar einige wenige, wie die Lehrerin, über einen Computer verfügen, wo aber ansonsten mehr als die Hälfte der 400 000 Menschen auf einer Fläche von der Größe Nottulns in elenden Blech- und Papp-Hütten hausen müssen. Ohne Trinkwasser, Strom, Abwasservorrichtungen und ausreichende Hygiene.

Am Rande des Elendsviertels liegt die inzwischen fertiggestellte „Gemeinschafts-Ambulanz“ der Ärzteorganisation mit dem bezeichnenden Titel „Baraka“, übersetzt „Segen“. Die Station, in der sechs deutsche Ärzte und ein kenianischer Clinical Officer samt hauptamtlicher Helferinnen arbeiten, ist der Erzdiözese von Nairobi unterstellt.

Honorar bekommt der Nottulner Kinderarzt für seinen Einsatz nicht. Selbst den achtstündigen Flug von Zürich aus muss er zum großen Teil aus eigener Tasche bezahlen. Er begründet sein Engagement mit grausamen Zahlen: Jedes zehnte Kind in Kenia werde nicht älter als fünf Jahre. Lungenentzündung, Durchfall, Malaria, vor allem aber Unterernährung sind die häufigsten Todesursachen. Unter den Erwachsenen grassiert Aids – fast 40 Prozent der Menschen sind infiziert.

Täglich warten rund 200 bis 300 Patienten in der Ambulanz auf den weißen Arzt aus Deutschland. „Acht Stunden Wartezeit nehmen die Patienten noch gelassen hin“, weiß der Nottulner von seinen früheren Aufenthalten. Der nebenbei nicht ganz ungefährlich ist: Dr. Kreysing erinnert sich an einen Fall, bei dem ihm das Blut einer HIV-infizierten Patientin in die Augen gespritzt ist. „Zum Glück ohne Folgen für mich.“ Er weiß auch, dass das, was er und seine Kollegen, die aus ganz Deutschland kommen, in Kenia leisten, nur der viel zitierte „Tropfen auf den heißen Stein“ ist. Und fliegt dennoch hin: „Jeder Einzelne, dem geholfen werden kann, zählt. Nur das ist wichtig.“

► Spenden an den Verein „Ärzte für die Dritte Welt“ sind möglich über das Konto 4 88 888 0 bei der EKK-Bank,

Bankleitzahl 520 604 10.

 

| www.aerzte3welt.de

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