Tag des Flüchtlings
Petition für Flüchtlingsrechte

Nottuln -

Mit einem ökumenischen Gottesdienst und vielen Informationen begingen der Flüchtlingsrat im Kreis Coesfeld und die evangelische Friedens-Kirchengemeinde Nottuln den „Tag des Flüchtlings“.

Donnerstag, 04.10.2012, 18:10 Uhr

Tausende Menschen aus Afrika fliehen jährlich über das Mittelmeer nach Europa, weil sie Angst haben vor Gefängnis, Terror, Folter oder der Tatsache, dass in ihrer Heimat kein menschenwürdiges Leben möglich ist. An diese Menschen wurde nun in Nottuln anlässlich des „Tags des Flüchtlings“ gedacht. Die Ev. Friedens-Kirchengemeinde feierte mit dem Flüchtlingsrat im Kreis Coesfeld einen ökumenischen Gottesdienst in der Kirche „Unter dem Kreuz.“

Im Rahmen der Predigt berichtete die ProAsyl-Mitarbeiterin Constanze Funck von ihrer Arbeit in einem Flüchtlingscamp für Bootsflüchtlinge in Malta. Dazu zeigte sie mit eindruckvollen Fotos den großen Kontrast zwischen der malerischen Urlaubslandschaft und dem tragischen Schicksal der Bootsflüchtlinge. Wenn es diesen Menschen gelingt, in andere europäische Länder zu reisen, werden sie meistens wieder nach Malta oder weiter nach Afrika zurückgeschickt. Dabei verlieren sie ihren bisherigen Flüchtlingsstatus und sind dann „Out of System“, was frei mit „Aus allen Systemen der Menschlichkeit herausgefallen“ übersetzt werden könnte.

Wolfgang Müller vom Flüchtlingsrat im Kreis Coesfeld berichtete über die Situation der Asylsuchenden aus Libyen, die in Italien der Gefahr schwerster Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt seien. Berüchtigt seien die dort durchgeführten „Pushback“-Operationen, bei denen die Flüchtlinge auf hoher See vor der italienischen Küste abgefangen und nach Libyen zurückgebracht werden.

Im Rahmen der Aktion „ Flüchtlingsrechte in Seenot“ bat Wolfgang Müller die Gottesdienstbesucher, eine Petition an die italienische Innenministerin Cancellieri zu unterschreiben. Mit dieser Petition wird die italienische Regierung unter anderem aufgefordert, weitere Abkommen mit Libyen nur dann zu schließen, wenn Libyen nachweislich die Menschenrechte von Asylsuchenden schützt und ein wirksames Asylverfahren eingeführt hat.

Musikalisch mitgestaltet wurde der Gottesdienst von dem Duo Cuppatea aus Münster, das mit Liedern wie „Mittelmeer“ die Situation der Flüchtlinge thematisiert hat.

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