Gedenkfeiern zum Volkstrauertag
Ja zum Leben – Nein zum Krieg

Nottuln -

In den Nottulner Ortsteilen haben Gedenkfeiern anlässlich des Volkstrauertages stattgefunden. In Nottuln selbst war Pfarrer Manfred Stübecke der Hauptredner.

Sonntag, 18.11.2012, 21:11 Uhr

Gedenkfeiern zum Volkstrauertag : Ja zum Leben – Nein zum Krieg
MGV-Vorsitzender Ralf Pascher begrüßte die Gäste und Mitwirkenden zur Gedenkfeier anlässlich des Volkstrauertages in Nottuln. Foto: Marita Strothe

„Trauer lässt sich kollektiv erleben, muss aber immer persönlich bewältigt werden“, betonte Ralf Pascher , Vorsitzender des MGV, am Samstag auf dem Platz vor der evangelischen Kirche „Unter dem Kreuz“. Hier – wie auch in Appelhülsen und Schapdetten – war die Bevölkerung zu Gedenkfeiern anlässlich des Volkstrauertages eingeladen.

In Nottuln setzte Maria Stanko mit ihrer Querflöte musikalische Akzente, und zahlreiche Nottulner hörten auch den Neuntklässlern des Gymnasiums zu, die sich, angeregt von Lehrerin Maria Schulze-Gassel, mit dem Thema Trauerarbeit beschäftigt hatten. In Gruppen hatten die Jugendlichen dazu Bilder gemalt, Gedanken und Gedichte zusammengetragen. So verdeutlichten sie etwa den Satz „Liebe geht über den Tod hinaus“ mit einem Herz, in das sie das Zeichen für Unendlichkeit gemalt hatten.

Angeführt von der Blasmusikvereinigung Nottuln, gefolgt von den Fahnenträgern der Vereine, ging es anschließend zur Pfarrkirche St. Martinus. Vor der Versöhnungskapelle erinnerten Oberstufenschüler des Gymnasiums mit Klassikern der Friedensliteratur an Menschen, die mit einem Ja zum Leben deutlich nein zum Krieg gesagt hatten. „Heile Welt, Schalom, Friede für alle“, wünschten die jungen Nottulner.

„In 38 Ländern der Erde herrscht immer noch Krieg“, machte Pfarrer Manfred Stübecke anschließend klar, wie wichtig diese Wünsche sind. Er wies darauf hin, dass seit 1952 der Volkstrauertag in der Bundesrepublik Deutschland als stiller Gedenktag begangen wird. „Unzählige Männer, Frauen und Kinder haben alleine durch den 2. Weltkrieg ihr Leben verloren, obwohl sie, wie alle Menschen, auf eine glückliche Zukunft gehofft haben. Es wäre ein schlechtes Zeichen, wenn wir der Opfer nicht mehr gedenken würden“, mochte er Kritik an diesem Gedenktag nicht akzeptieren.

Stübecke erinnerte an die Städtepartnerschaften Nottulns mit Polen und Frankreich. „Was wäre gewesen, wenn es diese schon vor dem 2. Weltkrieg gegeben hätte?“, fragte er und berichtete von seinem Vater, der als Kriegsgefangener Jahre in Frankreich verbringen musste. Er denke, dass am Ende durchaus auch aus dem einen oder anderen Feind dort ein Freund geworden sei. „Ich wünsche uns, dass wir hier im Ort in Frieden miteinander umgehen. Und dass davon etwas ausstrahlt nach Deutschland und in die Welt.“

„Amazing Grace“ sang danach der Gospelchor Rainbow Glory unter Leitung von Maria Stanko. Gedanken zum Volkstrauertag verlas anschließend Wolfgang Stanko, Vorsitzender der Kameradschaft ehemaliger Soldaten, bevor seine Kameraden, begleitet von stellvertretendem Bürgermeister Wolf Haase und MdB Karl Schiewerling, einen Kranz in der Kapelle niederlegten, ehe mit der Nationalhymne die Gedenkfeier schloss.

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