Nottulner hilft in Kenia
Spenden direkt vor Ort eingesetzt

Nottuln -

Der Nottulner Kinderarzt Dr. Peter Kreysing ist zum dritten Mal in Kenia gewesen, um in einem Projekt der „Ärzte für die Dritte Welt“ mitzuarbeiten. Er berichtet von seinen Erfahrungen.

Dienstag, 22.01.2013, 21:01 Uhr

„Ich bin völlig begeistert, dass sie trotz der rauen Witterung den Weg hierher gefunden haben“, freute sich am Montagabend Udo Hegemann über die gut 50 Interessenten, die im Kaminzimmer der Alten Amtmannei dicht zusammengerückt waren. Bereits zum dritten Mal hatte die Friedensinitiative Nottuln Dr. Peter Kreysing eingeladen, von seinen Erfahrungen in Kenia zu berichten.

Der Kinderarzt aus Nottuln war nach 2004 und 2006 auch im vergangenen Jahr wieder sechs Wochen für die Hilfsorganisation „ Ärzte für die Dritte Welt “ in Nairobi tätig. Im Reisegepäck hatte er Spendengelder aus Nottuln und vom Pius-Gymnasium Coesfeld.

60 Euro davon hat er in den sechs Wochen für Bananen ausgegeben. In seinem kleinen Behandlungszimmer in der Ambulanz mitten im großen Mathare-Valley-Slum lagen die Früchte für jedes Kind bereit. „Wir können uns hier nicht vorstellen, wie unterernährt Kinder sein können“, betonte der Kinderarzt. Folgeerkrankungen trügen dann dazu bei, dass nicht mehr alle im angrenzenden Feeding Centre mit Hilfe von Spezialnahrung unter medizinischer Aufsicht wieder „aufgepäppelt“ werden könnten.

Neben Hunger ist auch Gewalt an der Tagesordnung im Slum. Die meisten Baracken des Mathare Valley haben keine Wasser- und Stromversorgung und keine Abwasserentsorgung, es gebe so gut wie keine Infrastruktur, so Dr. Kreysing. Sauberes Wasser sei vorhanden, müsse aber gekauft werden. Die Hütten gehören „Landlords“, die für die erbärmlichen Zimmer von den Bewohnern jeden Monat Miete in Höhe von etwa 20 Euro fordern, so der Nottulner.

Deshalb habe er auch einen Teil der Spenden einer jungen Mutter mit Zwillingen für Miete und Kinderbetreuung zukommen lassen, deren Mann nach der Geburt verschwunden war und die wegen der Kinder keine Möglichkeit zum Arbeiten hat. Mit den Spenden, so erzählte Dr. Kreysing, habe er auch einem Jungen eine Augenoperation bezahlt, der wegen der Erkrankung am Grauen Star zwei neue Linsen bekommen habe.

Täglich kämen rund 250 bis 300 Patienten in die Ambulanz, berichtete der Arzt, der dort zusammen mit sieben weiteren Ärzten, in einem Stab von etwa 80 Mitarbeitern Dienst tat. Ein großes Problem sei die HIV-Rate, rund 8 Prozent der Menschen seien infiziert. „Neben Aids sind Tuberkulose und Malaria die schlimmsten Geißeln dort. Aber jeder bekommt eine gute Therapie, die in erster Linie von US-Amerikanern finanziert wird.“

Die „Ärzte für die Dritte Welt“ unterstützen auch mehrere Slumschulen durch Schulspeisungen, um den Kindern die Möglichkeit zu eröffnen, durch Bildung einen Weg aus der Armut zu finden. „Die meisten gehen mittlerweile zur Schule“, hat Dr. Kreysing erfahren. Allerdings oft aus Kostengründen nur eine kurze Zeit.

Dass Kenia ein Land der Gegensätze ist, zeigte Kreysing mit den Lichtbildern, die er während zwei Wochenendausflügen aufs Land und in die Massai Mara gemacht hatte. So sehr er sich auch für die einzigartige Tierwelt begeisterte, so wusste er auch, dass die meisten Afrikaner aus finanziellen Gründen nicht einmal den Nairobi-Nationalpark besuchen können.

In der Bildung sehe er für das kinderreiche Land den einzigen Weg aus der Not, erklärte Dr. Kreysing seinen Zuhörern. Und es gebe viele gute ausländische Organisationen, die dabei Hilfe leisteten.

»Wir können uns hier nicht vorstellen, wie unterernährt Kinder sein können.«

Dr. Peter Kreysing
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