Aktionskreis João Pessoa
Auf dem Weg zur Fairtrade-Gemeinde

Nottuln -

Nottuln soll beim Projekt „Fairtrade Towns“ der Gesellschaft Transfair mitmachen, um den Titel „Fairtrade-Gemeinde“ zu erhalten.

Mittwoch, 06.02.2013, 20:02 Uhr

Georg Knipping von der Fair-Handelsgesellschaft in Münster informierte den Aktionskreis Joao Pessoa über das Konzept der Fairtrade Town.
Georg Knipping von der Fair-Handelsgesellschaft in Münster informierte den Aktionskreis Joao Pessoa über das Konzept der Fairtrade Town. Foto: Günter Benning

Ein ambitioniertes Projekt hat der Aktionskreis João Pessoa am Dienstagabend vorgestellt. Nottuln soll beim Projekt „Fairtrade Towns“ der Gesellschaft Transfair mitmachen, um den Titel „Fairtrade-Gemeinde“ zu erhalten. Der Titel weist eine Gemeinde, eine Stadt oder einen ganzen Kreis als besonders engagiert im fairen Handel aus.

Für den Erhalt dieses Titels sind allerdings einige Kriterien zu erfüllen, wie Gastredner Georg Knipping , Mitarbeiter der Fair-Handelsgesellschaft in Münster und Bildungsbeauftragter für die Weltläden in vielen Kirchengemeinden, erklärte.

Als erstes nannte er die Bedingung, dass es einen Ratsbeschluss geben müsse, der den Konsum zweier Fairtrade-Produkte, nämlich Kaffee und ein weiteres, in den Rats- und Ausschusssitzungen und im Büro des Bürgermeisters vorschreibe. Die Ratsmitglieder müssten sich also dazu durchringen, im Rathaus den Kaffee und eine weitere Ware, zum Beispiel Orangensaft, Zucker oder Tee aus fairem Handel zu beziehen.

Darüber hinaus müsse Nottuln ein Steuerungsteam aus engagierten Bürgern zusammenstellen, das den Prozess lenkt und überwacht. Mit dem Aktionskreis gibt es diese Gruppe de facto schon.

Das dritte Kriterium ist eine größere Hürde: In einer Kommune der Größe Nottulns müssen vier Geschäfte und zwei Gastronomiebetriebe die fair gehandelten Produkte vertreiben, also ständig im Sortiment haben.

Viertens sollte sich eine Kirchengemeinde, ein Verein und eine Schule in Projektarbeit mit dem Thema „Fairer Handel“ auseinandersetzen, um so den öffentlichen Diskurs zu fördern.

Zu guter Letzt fordert der Kriterienkatalog mindestens vier Mal eine Berichterstattung über das Projekt in den örtlichen Medien.

Der Aktionskreis João Pessoa zeigte sich optimistisch, diese Ziele schon bald zu erreichen, gehe es doch um eine gute Sache. Aber: „Diesen Titel muss man sich schon verdienen“, kommentierte Georg Knipping.

Die Grundlagen des weltweiten fairen Handels erläuterte der Referent ebenfalls: Dabei gehe es eben nicht um eine Art Spende für lateinamerikanische und afrikanische Bauern, sondern um eine faire Vergütung von Produzenten und eine gerechtere Welthandelspolitik. Den Partnern werde ein Preis für ihre Produkte gezahlt, mit dem sie Lebenshaltungskosten, Produktionskosten und Zukunftsinvestitionen zahlen können. Georg Knipping: „Dabei wird nicht über die konventionelle Börse gehandelt, um Spekulationen der Börsianer zu umgehen.“

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