Landfrauen Nottuln, Appelhülsen, Schapdetten
„Ein Wofür überwindet jedes Warum“

Nottuln -

„Schau genau hin, hör genau hin“, riet Psychotherapeut Otto Pötter den Landfrauen beim Blick auf ihr Leben.

Donnerstag, 21.02.2013, 08:02 Uhr

Der Psychologische Lebensberater Otto Pötter riet den Landfrauen, in ihrem Leben genau hinzuschauen und hinzuhören und sich so selbst stark anzunehmen.
Der Psychologische Lebensberater Otto Pötter riet den Landfrauen, in ihrem Leben genau hinzuschauen und hinzuhören und sich so selbst stark anzunehmen. Foto: Marita Strothe

„Sie haben uns viel mit auf den Weg gegeben“, bedankte sich am Dienstagabend Martha Glose bei Otto Pötter . „Das müssen wir erst mal auf uns wirken lassen“, war sich die 1. Vorsitzende der Landfrauen Nottuln , Schapdetten und Appelhülsen sicher. Vorausgegangen war in der Alten Amtmannei der Vortragsabend unter dem Titel „Denke gut und schöpfe Mut“ des psychologischen Lebensberaters.

Mit Otto Pötter (Jahrgang 1948, Rheine) hatten die Landfrauen einen bekannten und bundesweit tätigen Referenten der Erwachsenenbildung eingeladen. Pötter absolvierte ein Studium der Verhaltenspsychologie mit dem Abschluss Psychotherapie. Das vertiefte er anschließend durch zusätzliche Studien der Logotherapie und einer wertorientierten Philosophie an der Uni Münster. Zudem ist ihm im Sinne einer ganzheitlichen Gesundheitsprophylaxe auch die psychosomatisch ausgerichtete Ordnungstherapie nach Sebastian Kneipp wichtig. Seine Seminare zeichnen sich aus durch eine auf christliche Werte fundierte Persönlichkeitsentwicklung.

In Nottuln hatte Pötter zu Beginn den gut 30 interessierten Frauen den Ansatz der Logotherapie näher gebracht. Diese von dem Wiener Psychologen Viktor Emil Frankl entwickelte, sinnzentrierte Psychotherapie geht davon aus, dass Glück und Zufriedenheit des Menschen erst durch eine sinnbezogene Lebensverwirklichung möglich ist. Die Logotherapie sehe den Menschen als ein vorrangig sinnsuchendes Lebewesen, mit einem freien Willen, mit Verantwortungsbewusstsein – auch gegenüber sich selbst – und Gestaltungsfähigkeit.

„Schau genau hin, hör genau hin“, riet Pötter auch den Landfrauen beim Blick auf ihr Leben. „Überprüfe deine Beweggründe“, so der Lebensberater, „frage dich: Will ich etwas ändern? Brauche ich Hilfe?“. Er machte seinen Zuhörerinnen deutlich, dass derjenige, der sich selbst stark annehmen könne, sich freier fühle, sein Leben sinnvoll zu gestalten. Passe man sich zu sehr an, so dass man den Bezug zu sich selbst, zu den eigenen Wünschen und Bedürfnissen verliere, drohe die Gefahr des Identitätsverlustes, ein Entfremden von sich selbst.

Entscheidend sei nicht die Frage: „Was ist für mich gut?“, sondern: „Wofür bin ich gut?“, betonte er an diesem Abend immer wieder. Eine mögliche Antwort finde sich etwa in Dingen, die man als Kind gern getan habe. So berichtete Pötter, dass seine Mutter, erst nachdem sie von ihren Kindern einen Kurs geschenkt bekommen habe, wieder angefangen sei zu malen. Erst Jahre später habe sie sich für die Chance bedankt, ein Hobby ihrer Kindheit wieder aufgreifen zu können. Ein Hobby, das ihr im Nachhinein auch über schwere Zeiten wie den Tod ihres Mannes hinweggeholfen habe.

„Tun mit Herz und Seele“, die liebevolle Hingabe an eine schöne Aufgabe gewährleiste ein erfülltes Leben und schenke zugleich Zufriedenheit und Glück durch ein tiefes Sinnempfinden, erklärte der Lebensberater. Wichtigster Indikator dafür sei die Liebe. „Liebe und Sinn lassen sich nicht trennen. Beide können auch nicht gemacht werden.“

Als die vier Kraftquellen des Lebens nannte er die Arbeit, die Gemeinschaft, die Liebe und als vierten Stützpfeiler den Glauben: „Sinn ist immer schon da, da wo wir leben, da wo wir sind. Etwas wartet auf uns, verborgen in den unterschiedlichsten ‚Bejahungswerten‘. Sinn kennt kein Wenn und Aber“, stellte Otto Pötter fest und gab den Landfrauen Folgendes mit auf den Weg:

„Ohne Wenn und Aber besitze ich die Freiheit, ein glücklicher Mensch zu sein. Was hindert mich daran?“

»Ohne Wenn und Aber besitze ich die Freiheit, ein glücklicher Mensch zu sein. Was hindert mich daran?«

Otto Pölker, Referent
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