Besuch aus dem weißrussischen Narowlja
Mit dem Auge des Künstlers

Nottuln -

Den Künstler Yuri Fisiuk aus Weißrussland konnte man in den vergangenen Wochen auf dem Niederstockumer Weg treffen und ihm bei der Arbeit zuschauen. Doch was tut ein Maler so weit weg von der Heimat auf den Straßen in der Baumberge-Gemeinde?

Samstag, 27.07.2013, 13:07 Uhr

Die Kreuzung Daruper Straße (B 525)/Schlaunstraße und Niederstockumer Weg gehört angesichts der Verkehrshektik sicherlich nicht zu den schönsten Plätzen in Nottuln . Die meisten Nottulner würden deshalb vermutlich stutzen, wenn man ihnen erzählen würde, dass Yuri Fisiuk gerade diesen Ort ausgewählt hat, um ein Bild zu malen. Nicht im Ortskern, nicht in den Baumbergen entstand das erste Nottuln-Gemälde des weißrussischen Malers, sondern hier.

Den Künstler konnte man in den vergangenen Wochen auf dem Niederstockumer Weg treffen und ihm bei der Arbeit zuschauen. Doch was tut ein Maler so weit weg von der Heimat auf den Straßen in der Baumberge-Gemeinde?

Fisiuk kommt aus Narowlja und ist so mit einigen Nottulnern aus der FI-Arbeitsgemeinschaft Tschernobyl verbunden. Seine Tochter ist mit Peter Eltrop verheiratet, der die Arbeitsgemeinschaft bei verschiedenen Hilfsprojekten für Narowlja unterstützte.

„Yuri ist ein bekannter Maler in Weißrussland“, erklärt Schwiegersohn Peter Eltrop im WN-Gespräch. Da Fisiuk von seiner Arbeit lebt, ist das Bild vom Gebäude-Ensemble an der Kreuzung auch bereits an einen Nottulner Privatmann verkauft. „Weitere Aufträge nimmt er aber wohl noch an“, weiß Eltrop. Der historische Ortskern, laut Yuri Fisiuk das schönste Fleckchen Nottulns, wird als nächstes Motiv für ein Gemälde stehen. Neben seiner Malertätigkeit, mit der er in Weißrussland schon einige Ausstellungen gefüllt hat, arbeitet Fisiuk im Kulturamt der Stadt Narowlja.

In den letzten drei Wochen hat Fisiuk die Kreuzung an der Hauptstraße gemalt, Das fertige Gemälde berührt. Das Besondere: Zwar sind die Häuser auf dem Bild – unter anderem die St.-Martinus-Kirche, die Villa Rump und die Sparkasse – detailgetreu nachgezeichnet, doch hat sich Fisiuk einige künstlerische Freiheiten gestattet. Die Ampelanlage, den Verkehr und einige große Schilder hat er ausgeblendet und nicht mit ins Motiv aufgenommen. Dies gibt dem Gemälde Ruhe und Ausgeglichenheit, die man sonst an der Kreuzung wohl vergeblich sucht. Mit seiner künstlerischen Inspiration erklärt sich auch die Wahl des Motivs, das mancher auf den ersten Blick vielleicht nicht als „schön“ oder „künstlerisch wertvoll“ ansehen würde. „Er hat sich Nottuln sehr genau angeschaut“, berichtet Peter Eltrop, „dieses Ensemble hat ihm am besten gefallen.“ Das Auge eines Künstlers sieht eben doch noch anders . . .

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