Diskussionsabend über Pflege
„Es besteht Änderungsbedarf“

Appelhülsen -

2,42 Millionen Menschen waren im Jahr 2010 pflegebedürftig. 2030 werden es 3,3 Millionen, im Jahr 2050 voraussichtlich 4,37 Millionen Menschen sein. Ein Pflegekräftemangel von 152 000 Fachkräften ist bereits für 2025 vorausgesagt.

Freitag, 05.07.2013, 22:07 Uhr

„Für uns Sozialdemokraten steht der Mensch im Mittelpunkt“, versicherte der SPD-Bundestagskandidat Ulrich Hampel am Donnerstagabend im Bürgerzentrum Schulze Frenking. „ Pflege ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und wir wollen eine Reform, die sich nach Bedürftigkeit richtet.“

Zur Diskussionsveranstaltung war auch Bärbel Bas (SPD-MdB und Mitglied im Ausschuss für Gesundheit) angereist, um sich dem Thema „Wer pflegt mich und wer bezahlt‘s?“ zu stellen und der Öffentlichkeit entsprechende Reformideen vorzustellen. Ebenso hatten zahlreiche Fachleute und Inhaber von Pflegediensten die Einladung der SPD angenommen, um hier ihre Knackpunkte aus der Praxis deutlich zu machen.

„Allein schon der Einstieg ins System muss humaner werden“, lautete die Forderung eines Gastes. „Es kann doch nicht sein, dass der medizinische Dienst mit einem Katalog hinterlistiger Fragen auftaucht und der Bedürftige sich von ihm begutachten lassen muss.“ Oder, so gab ein weiterer Kollege ein Praxisbeispiel preis: „Die Krankenkassen im Beratungsgespräch fragen, ob nicht vielleicht jemand im Haus oder in der Nachbarschaft bereit sei, beim Anziehen der Gummistrümpfe zu helfen, um Kosten für einen professionellen Dienst sparen zu können.“

Maßgeblich für eine Reform sei grundsätzlich die Veränderung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs, stellte Bärbel Bas heraus. Und „daran wollen alle Oppositionsparteien mitarbeiten“. Notwendig sei die Abwendung von der Mangelbewertung, hin zur Potenzialbewertung. Förderung müsse auch der Ausbau der Pflegeberatung mit Case- und Care-Management erfahren, die Ausweitung der Leistungsansprüche und die Stärkung der Prävention und Rehabilitation.

„Pflegezeiten müssen in der Rente genauso berücksichtigt werden wie Kindererziehungszeiten“, erklärte die SPD-Bundestagsabgeordnete. „Auch ist ein Lohnersatz wie beim Kinderkrankengeld sinnvoll. Wir wollen daraus einen Rechtsanspruch machen.“

Eine Fachfrau gab zu bedenken, dass dem guten Vorsatz, weitere Pflegestellen einzurichten, jetzt schon die Tatsache gegenüberstehe, dass es an Fachkräften mangele. „Auch hier besteht Änderungsbedarf . Wir müssen das Image der Pflegeberufe verbessern, uns für die Entbürokratisierung einsetzen und den hohen Dokumentationsaufwand herunterfahren“, forderte Bärbel Bas.

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