Schnitzen mit der Kettensäge
Der Wald wird zum Ausstellungsraum

Nottuln/Darup -

Keine Frage: Wo Peter Bolle die Kette rasseln lässt, versammeln sich anschließend rechts und links des Weges Faune, Kobolde, Rübezahl und andere sagenhafte Gestalten. Wo zuvor grün bemooste Baumstümpfe ahnungslos vor sich hinwitterten, tauchen plötzlich märchenhafte Wesen auf, um Besucher und Spaziergänger zum Innehalten, zum Verweilen aufzufordern.

Samstag, 10.08.2013, 13:08 Uhr

Neuerdings auch auf dem Hohlweg und an der Daruper Waldkapelle, die nicht nur ein idyllischer Ort, sondern auch ein „Kraftplatz mit heilender Energie“ sein soll, wie Peter Bolle glaubt. Vor knapp zwei Wochen hat der passionierte Handwerker und ambitionierte Künstler einer alten, sechs Meter breiten und etwa zwei Meter hohen Buchenwurzel zu neuem „Leben“ verholfen.

Das Schnitzen mit der Kettensäge hat der 55-jährige Wahl-Nottulner vor knapp sieben Jahren zu seinem Hobby gemacht. Eine Freundin schenkte ihm damals einen Film zum Thema, der die Initialzündung zu dieser neuen Leidenschaft gab. Seitdem rückt er dem Totholz – raummeterweise – mit einer speziellen Carving-Kettensäge (Schnitzsäge) zu Leibe. Dazu benutzt er selbstverständlich nur das beste Werkzeug. Seine Maschine ist mit einem kanadischen Schwert, mit aufgeschweißtem Panzerstahl, ausgestattet und besitzt einen umgebauten Kettenantrieb. „Das hat den Vorteil, dass sie nicht zurückschlägt“, erklärt er diese Raffinesse.

Seine kreative Freizeitbeschäftigung ist nicht immer ein einfaches Unterfangen. Schließlich befindet sich das Rohmaterial, das er vom überflüssigen Holz befreit, um eine Skulptur entstehen zu lassen, selten zu ebener Erde. Das bedeutet, dass er oftmals zunächst ein Gerüst aufbauen und verankern muss, bevor er seiner gestalterischen Arbeit freien Lauf lassen kann.

Trotzdem benötigte er für den hier entstandenen „Hüter der Erde“ namens Rübezahl nur einen Tag. Mit einem frischen braun-beigen Teint strahlt der Erdwächter derzeit seinem Betrachter entgegen. Bald aber schon wird er sich „der Natur wieder anpassen und am Ende steingrau sein“, weiß sein „Gepetto“ aus Erfahrung.

Weder Zeichnung, noch Skizze fertigt Peter Bolle im Vorfeld an. „Die Figur entsteht in meinem Kopf, und dann lege ich los“, erklärt der Experte. Von Haus aus ist er gelernter Bauschlosser, mittlerweile aber seit 28 Jahren hauptberuflich im Außendienst tätig.

14 Skulpturen an der Zahl – mit sagenhaften und mythischen Wurzeln – will der Kettensägen-Akteur im Laufe der nächsten Wochen aus dem Wald hervorzaubern. Hinzu kommen Stelen mit meditativen Texten, die aus der Feder der Autorin Ursula Sewing stammen.

Zur „Daruper Landpartie“, die am Wochenende 24./25. August stattfindet, wird der Hohlweg mit weiteren „mobilen“ Skulpturen von Peter Bolle und Literarischem von Ursula Sewing gesäumt sein.

Zum Thema

Mehr Infos unter: www.kunstmitkettensaegen.de und www.the-lightwork.de oder unter ✆ 01 71/ 4 20 49 50

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»Die Figur entsteht in meinem Kopf, und dann lege ich los.«

Peter Bolle
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