Dorfladen Schapdetten
Riesige Resonanz für das Projekt

Schapdetten -

Damit hatten wohl auch die Optimisten der Bürgergenossenschaft „Dettener Dorfladen“ nicht gerechnet: Mehr als 250 Bürger waren am Donnerstag gekommen, um sich über den Dorfladen zu informieren.

Samstag, 07.09.2013, 15:09 Uhr

„Das ist Spitzenklasse“, meinte Bürgermeister Peter Amadeus Schneider. Er warb für den Dorfladen : „Entscheiden Sie mit den Füßen für Ihren Dorfladen.“ Genau das ist das A und O für das Gelingen des Projektes und wurde von allen Rednern mehrfach betont: Die Schapdettener müssen auf Dauer in ihrem Dorfladen einkaufen. Tun sie das nicht, wird das Projekt scheitern.

Dass der Start nicht gelingt, diese Gefahr scheint nicht zu bestehen. Die Schapdettener machten mit ihrer Anwesenheit und mit ihrem Applaus deutlich, dass sie ihren Dorfladen wollen. Über 60 Anteile sind bereits gezeichnet, meldete Vorstandsmitglied Hugo Sandmann am Morgen danach. „Und viele haben die Beitrittserklärung zum Unterschreiben mitgenommen.“ Auch die Liste, auf der man sich für ehrenamtliche Hilfe eintragen konnte, lief über. „Wir haben eine wahnsinnige Resonanz bekommen.“

Sandmann stellte zunächst das Konzept vor (weiterer Bericht), dann präsentierte Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Michael Schwar­zenau Aufsichtsrat und Vorstand der Bürgergenossenschaft. Er wies darauf hin, dass deren wichtigstes Organ die Generalversammlung der Mitglieder sei, die den Aufsichtsrat wählt, der wiederum den Vorstand bestellt.

Dann leitete Moderatorin Christina Schulze Bisping zur Fragerunde über. Antworten gaben Rosemarie Sandmann und Hermann Lastring vom Dorfladen Welbergen, der seit drei Jahren erfolgreich arbeitet, Unternehmensberater Michael Weerning von der Markant-Gruppe, die als Lieferant für den Dettener Dorfladen arbeiten soll, Karl Weckendorf von der Volksbank Nottuln, der den Entstehungsprozess begleitet, und Bäckermeister Bernd Fröndhoff, der das Ladenlokal seiner Bäckerei an die Genossenschaft vermieten wird und das Projekt positiv begleitet. Das wurde deutlich bei der Frage aus dem Publikum, ob er die Backwaren im Dorfladen weiter verkaufe. „Nein, wir liefern die Waren nur, den Gewinn soll der Dorfladen machen.“

Eine Bürgerin wollte wissen, warum die Anteile mit 250 Euro so hoch seien. „Es soll auch ein bisschen wehtun“, meinte Walburga Niemann, Vorsitzende des Vereins „Schapdettener für Schapdetten “ und Aufsichtsratsmitglied in der Genossenschaft. „Das diszipliniert, später auch im Dorfladen einzukaufen. Andere Projekte sind gescheitert, weil die Anteile zu klein waren und die Leute die mal eben gekauft haben, sich aber nicht wirklich mit dem Projekt verbunden fühlten.“

Der Preis müsse stimmen, meinte ein Bürger. „Wir liegen zehn Prozent über den Preisen von Discountern wie Aldi, anders ist das nicht wirtschaftlich darstellbar.“ Dafür spart man das Benzin für die Fahrt nach Nottuln, erklärte Vorstandsmitglied Hugo Sandmann. Angepeilt sei das Preisniveau von Läden wie Edeka oder K+K. „Wir leisten uns damit auch ein Stück Lebensqualität, das sind mir die zehn Prozent wert“, betonte Michael Schwarzenau.

Ob man schon einen Geschäftsführer habe, wollte ein Bürger wissen. Man habe eine Person, da diese aber noch in einem Arbeitsverhältnis stehe, wolle man mit der Bekanntgabe warten, bis das Projekt wirklich an den Start gehen kann, erklärte Hugo Sandmann.

Dass man die Satzung beim Eintritt in die Genossenschaft bekomme, schlug ein Bürger vor. Wer Interesse habe, die trockene Satzung durchzuackern, könne diese von Vorstand oder Aufsichtsrat erhalten, man wolle aber Kosten sparen. Deshalb sei die Satzung auf der Homepage des Vereins „Schapdettener für Schapdetten“ (www.sfs-schapdetten.de) eingestellt und kann heruntergeladen werden.

Dasselbe gilt auch für die Beitrittserklärung. Anteile können Einzelpersonen, Vereine und Unternehmen zeichnen, mehrere Anteile sind möglich, der Genossenschaft kommt es allerdings darauf an, dass nicht wenige viele Anteile übernehmen, sondern viele Bürger einen Anteil übernehmen, um das Projekt auf breite Füße zu stellen. Und das Risiko? „Es gibt keine Nachschusspflicht“, betonte Michael Schwarzenau. Niemand kann, wenn die Genossenschaft in Schieflage geraten sollte, mehr als seinen eingezahlten Anteil verlieren.

„Wie lange machen wir weiter, wenn die Umsätze nicht stimmen?“, wollte ein Bürger wissen. Letztendlich entscheidet die Generalversammlung, ob es weitergeht, erklärten die Verantwortlichen. „Wir wissen genau, ob es funktioniert oder nicht“, sagte Michael Weerning. „Und wir sagen Ihnen das auch.“ Hermann Lastring merkte an, dass in Welbergen im ersten Jahr ein Minus von 6000 Euro eingefahren worden sei, man aber die positive Tendenz schon habe erkennen können. Und im zweiten Jahr gab´s dann auch tatsächlich ein Plus von 2000 Euro. „An eine Dividende sollte man aber nicht denken.“ Das Geld könne man für die Rücklagen gut gebrauchen. Wenn es eine Dividende gebe, werde diese als Einkaufsgutschrift ausgezahlt, erklärte Hugo Sandmann.

Ob es trotz des überregionalen Lieferanten Markant auch Frischeprodukte aus der Region gebe. Das sei angestrebt, hieß es. „Wir haben in Welbergen Kartoffeln, Spargel, Erdbeeren aus der Region im Angebot, und wir sind mit der Zusammenarbeit mit Markant sehr, sehr zufrieden“, erklärte Rosemarie Sandmann. Wurst und Käse werde es in der Bedienung geben, Fleisch abgepackt im Selbstbedienungsbereich, erklärte Michael Weerning auf eine entsprechende Frage.

Christina Schulze Bisping fasste zusammen: „Die Genossenschaft bietet ihnen den Dorfladen auf dem Silbertablett an. Aber entscheidend ist, dass sie ihn aufrichtig wollen.“ 

»Wir wissen genau, ob es funktioniert oder nicht. Und wir sagen Ihnen das auch.«

Michael Weerning (Markant)
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1895180?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F104%2F164%2F1781774%2F2009877%2F
Eltern zwischen Angst und Hysterie
Noch ist keinem Kind wirklich etwas passiert – dennoch sind die Eltern in den Schul- und Kita-Bezirken, in denen Jungen und Mädchen von Fremden angesprochen wurden, in großer Sorge.
Nachrichten-Ticker