Platanen an der K 18 in Nottuln
Zuspruch von Politik und Bürgern

Nottuln -

Günther Ring schwimmt auf einer Welle der Sympathie. Dass der 46-jährige Roruper entlang der Dülmener Straße (Kreisstraße 18) in Nottuln in Eigenleistung 60 Platanen gepflanzt hat, um das Landschafts- und Straßenbild zu verschönern (wir berichteten), stößt bei vielen Bürgern auf Zustimmung.

Montag, 30.09.2013, 21:09 Uhr

„Ich hatte schon ganz viele Anrufe von Menschen, die mir Vorschläge und Ideen unterbreiteten, wie man erreichen kann, dass die Bäume dort stehen bleiben“, schildert Ring tief beeindruckt.

Wie berichtet, ist der Kreis Coesfeld auf die Platanen aufmerksam geworden, weil der Abstand der Bäume – ca. 2,50 bis 3,00 Meter) – zur Fahrbahn nicht den geltenden Bestimmungen entspricht. Nach der „Richtlinie für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme“ ist für Straßenbäume ein Abstand von mindestens 4,50 Meter einzuhalten (bis Tempo 70). Können die Bäume trotz des geringeren Abstandes dort stehen bleiben?

Ja, hoffen die Bürger, die sich bei Ring meldeten. Einer habe zum Beispiel ein Tempo-50-Limit vorgeschlagen, um Gefahrensituationen zu entschärfen. Ein anderer schlug die Aufstellung einer Leitplanke vor. Seien die Bäume durch eine Leitplanke von der Fahrbahn getrennt, sei auch ein geringerer Abstand möglich.

„Ich hätte nie gedacht, dass sich die Angelegenheit so entwickelt“, ist Günther Ring von der Resonanz überwältigt. Unterstützung erfährt der Baumfreund nicht nur von Bürgern, sondern auch von der Politik. Bereits in der vergangenen Woche beschäftigte sich der CDU-Gemeindeverbandsvorstand mit dem Thema. Auch dort stieß die Pflanzaktion auf große Sympathien, und man überlegte, wie man das Anliegen unterstützen kann. So nahm zum Beispiel Kreistagsmitglied und CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Dr. Bruno Voß Kontakt zur Kreisverwaltung auf. In der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung vergangene Woche griff auch CDU-Ratsfrau Roswitha Roeing-Franke unter Punkt Verschiedenes das Thema auf. Auch wenn die Gemeindeverwaltung nicht zuständig sei, bat sie doch eindringlich darum, fördernd tätig zu werden. Vielleicht sei eine Umsetzung der Platanen auf die andere Straßenseite eine Möglichkeit, die Bäume zu erhalten. Grundsätzlich sei die Platanenanpflanzung gut für das Straßenbild, sprach sich die CDU-Ratsfrau für den Erhalt der Bäume aus.

Am Wochenende ging dann die Grünen-Kreistagsfraktion in die Öffentlichkeit und forderte den Erhalt der Bäume (wir berichteten).

Mit der Platanenpflanzung beschäftigt sich auch der Nottulner CDU-Bundestagsabgeordnete Karl Schiewerling. Aufgrund einer Gesprächsanregung hatte Günther Ring den Abgeordneten angeschrieben und über sein Anliegen informiert. „Herr Schwiewerling hat sich tatsächlich bei mir gemeldet und sich intensiv über die ganze Angelegenheit erkundigt“, erzählt der Roruper. Dabei habe der Bundestagsabgeordnete große Sympathien für die Aktion durchblicken lassen, aber auch darauf hingewiesen, dass man nicht einfach an öffentlichen Straßen Bäume pflanzen könne. Der Abgeordnete wolle nun prüfen, ob die Richtlinien Gestaltungsspielräume lassen.

Und was sagt die Kreisverwaltung Coesfeld? Sie hat sich am Montag bei Günther Ring gemeldet und ein Gespräch für den kommenden Freitag (4. Oktober) vereinbart. Dann wird sich der Roruper mit Vertretern der Landschaftsbehörde und der Straßenbauverwaltung treffen und die Sachlage erörtern. Ausgang ungewiss. Viele Bürger drücken Günther Ring die Daumen.

Ich hätte nie    gedacht, dass sich  die Angelegenheit  so entwickelt.

Günther Ring, Baumspender
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