Ferngesteuerter Hexacopter
Kollege UFO übernimmt die Kontrolle

Nottuln -

Der ferngesteuerte kleine Helikopter macht ganze Arbeit. Das stellen jedenfalls die Fachleute bei der „Westnetz“, einer RWE-Tochter in Münster, fest. Mit dem Hexacopter kontrollieren sie Hochspannungsleitungen und Masten auf etwaige Schäden.

Donnerstag, 24.10.2013, 20:10 Uhr

Abgelenkt von einem ungewöhnlichen Geschehen auf einer Wiese neben der Straße, nahmen gestern Vormittag doch die meisten Autofahrer auf der Kreisstraße 11 am Gewerbegebiet Beisenbusch erstaunt den Fuß vom Gas. Denn was da vor ihren Augen, in etwa zehn Metern Höhe, durch die Luft brummte, erinnerte doch stark an ein UFO.

Knallrot, etwa anderthalb Meter im Durchmesser, mit blau blinkenden LED-Lämpchen, schraubte sich der Hexacopter (so heißt der unbemannte kleine Hubschrauber) über einem Betonmast, an dem mehrere 30 000-Volt-Leitungen Strom über Land führen, in die Luft. Nur mit guten Augen oder einem Fernglas konnten Beobachter erkennen, dass unter der Rumpfmitte eine Kamera hing, die unablässig Strommasten, Isolatoren und Leitungen fotografierte.

Ferngesteuerter „Kollege“

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    Foto: Dieter Klein
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    Foto: Dieter Klein
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    Foto: Dieter Klein

„Seit Januar setzen wir dieses Gerät zur Kontrolle unserer Freileitungen ein. Eine Innovation, noch im Versuch“, erklärte Michael Mühlenkamp , Leiter „Netzbetrieb“ bei „ Westnetz “, einer RWE-Tochter in Münster .

Am Boden steuerte Maik Neuser den kleinen mit sechs E-Motoren und Akkus bestückten fünf Kilo schweren Heli über einen Joystick, so wie es sonst die Modellflugzeugpiloten tun. Und nebenan kontrollierte sein Kollege Mike Nagelschmidt auf einem Display die Fotos der abgeflogenen Streckenabschnitte.

„In der Regel müssen unsere Techniker alle zwei Jahre das komplette 30-KV-Leitungsnetz – und das sind rund 300 Kilometer in NRW – vom Boden aus kontrollieren. Alle sechs Jahre überfliegt dann ein Helikopter die Leitungen und prüft sie auf Schadstellen. Mit dem Hexacopter ginge das einfacher und vor allem auch billiger“, rechnete Mühlenkamp vor.

„Wir haben auch schon Photovoltaik-Anlagen, Windräder und Hochspannungsüberlandleitungen mit einer thermographischen Kamera überprüft. Dann sieht man deutlich, ob Anschlüsse oder Klemmstellen überhitzt sind“, berichteten die beiden Techniker und schwärmten von den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten ihres Hexacopters. 399 Euro würde es einen Privatmann kosten, so sein Dach überwachen zu lassen.

„Aber vor allem soll es helfen, unser Netz auf Mängel zu prüfen. Denn wenn ich die Bilder später auf dem Schreibtisch-PC habe, kann ich blitzschnell erkennen, wo Reparaturen nötig sind“, versicherte Michael Mühlenkamp. „Und was den Verbraucher sicher auch freuen wird: Dass wir mit dieser Art der Kontrolle Abschaltungen während der Wartung vermeiden können.“

Wenn ich die Bilder später auf dem PC habe, kann ich blitzschnell erkennen, wo Reparaturen nötig sind.

Michael Mühlenkamp
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